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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/kraez_39/0065
Älteste Verbindung übers Steighäusle

Während der Bau einer Straße aus dem Schram-
berger Tal durch die Römer eine Legende ist, führte
die älteste Verbindung von Schramberg auf die
Sulgener Höhe nach den Recherchen von Alfons
Brauchte über das Gebiet des Vogtshofs (oberhalb
des heutigen Bauernhofwegs) in einer großen
Kurve beim Stadtparkzaun vorbei hinauf zum
heutigen „Neuen Steighäusle" (Haus Fix). Die Straße
an diesem Haus vorbei durch das Feriendorfgelände
ist heute nicht mehr zu erkennen. Ein
Feldweg führte jedoch auch von der nördlichen
Grenze des Vogtshofgeländes über das Kühlloch
in einer Kurve weiter als Hofweg zum „Alten
Steighäusle" (Hof Trost).4

Alfons Brauchte: Die Schramberger Bauernhöfe nach dem
Urbar des Rochus Merz (1547) - Die fünf Göttelbachhöfe;
in: D' Kräz Nr. 8 (1988), S. 5. Der beschriebene Feldweg
wurde im Volksmund auch „Armeseelenweg" genannt.

Der Sandsteinbrunnen (1841) des ehemaligen Vogtshof
auf dem Heideckle mit Autor Dieter Kohlmann,
der ihn im Rahmen der Kleindenkmalerfassung dokumentiert
hat. An diesem Brunnen konnten sich
auch Fuhrleute, Pferde, Zugochsen und anderes
Getier vordem steilen Weg auf den Sulgen nochmals
mit Wasser versorgen. Foto: Kurt Hermann

Vom Feurenmoos nach Holland

Karoline Grüner führt den Ausbau der Straßen
direkt auf den explosionsartig ansteigenden Holzbedarf
zurück:

„Als nun im Jahre 1493 Amerika durch Kolumbus
entdeckt wurde,5 vergrößerten sich nicht nur die
Städte am Niederrhein und Holland, sondern es
wurden auch sehr viele Schiffe gebaut. Es war deshalb
große Nachfrage nach starkem Bauholz, und
die um Schramberg gelegenen Wälder, besonders
das Führenmoos [Feurenmoos] war ein undurchdringlicher
Urwald, sodass von dort und den übrigen
Wäldern aus der Umgebung von Schramberg
eine große Menge lange starke Bäume zugerichtet
und an die Spannstatt bei der Einmündung des
Göttelbachs in die Schiltach gebracht und von
dort als Flöße in die Kinzig geliefert und dann
auf dem Rhein an ihren Bestimmungsort bis an
die Grenze von Holland geflößt wurden. Darum
werden die ausnahmsweise [ausnahmslos] langen
Bäume als zugerichtete Stämme, wenn sie auf
Wagen zur Säge geführt werden, heute noch unter
dem Volk Holländer und ein solcher Wagen, der
extra zum Langholzführen gebaut ist, Holländerwagen
genannt.

Bauern vom Göttelbach verteidigen ihr

„Schmalztäle"

Trotzdem Schramberg nur ganz schwach bewohnt
war - einige Bauernhöfe im Göttelbacher Tal, die
Höfe auf dem Imbrand und Finsterbach und der
Schloßhof gehörten zur Herrschaft, wogegen das
Kirnbachtal und Tischneck zur Herrschaft Falkenstein
und der Kirche dort zugeteilt waren -
wurde doch der Bau einer Straße nach Sulgen als
dringendes Bedürfnis anerkannt. Wie alle Kosten,
die es in der Herrschaft an Straßen und Wagen,
durch Unglücksfälle wie Hochwasser usw. gab, so
mußte auch die Herrschaft hier eintreten; dafür
erhielt dieselbe dann den Zoll, welcher für jeden
geladenen Karren oder Wagen, jedes Paar Ochsen,
für ein Pferd, ein Schwein, ein Schaf bezahlt werden
mußte, ebenso mußte für jedes Floßholz, das
die Straße befuhr, Zoll bezahlt werden.
Der Bau der Straße ging aber nicht besonders
schnell, denn es lagen auch verschiedene Projekte

5 richtiges Datum 1492

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