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Die 1846 gegründete Strohhutfabrik Wolberan der Steige (hier ein Bild aus dem 20. Jahrhundert) gehörte
ebenfalls zu den ersten industriellen Arbeitgebern in einer Zeit der Verarmung der Bevölkerung.

Foto: Sammlung Haaga / Stadtarchiv

sehen dazu. Bei der sogenannten Holzlege im Tos
machten sie Halt, und nachdem sie den Schnaps
aus den Flaschen getrunken, haben sie unter Hohngelächter
alle auf den Boden geworfen. Die Frauen
und Mädchen haben nach dem vollständigen Abzug
der Russen unter Weinen die Scherben zusammengelesen
und zum Andenken aufbewahrt.

„Vermummte Gestalten" auf der Steige

Das Jahr 1826, in dem eine Zahlstelle mit vielen
Beamten in Schramberg errichtet wurde, brachte
großen Schaden für die Schramberger Bevölkerung
. In dieser Zeit schlichen oft bei Nacht vermummte
Gestalten über die Steig; es waren
Schmuggler, welche allerlei Waren über die Grenze
schmuggelten." Mit der Lage an der württembergischen
Grenze wuchs die Verlockung zu diesem
wohl einträglichen unerlaubten Warenhandel.

Teure Schlitten genauso wie Revolutionäre die
Steige hinauf und hinab

„Die Jahre von 1820-1840 waren in jeder Hinsicht
gute zu nennen. Die Gründung der Steingut- und
Strohhutfabrik brachte für die ärmeren Einwohner
Verdienst. Die Erbauung der Gebäude der Fabri-

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ken, des gräfl. Schlosses, der Stadtpfarrkirche, das
große Haus von J. P. Haas (Schlauder), welches
an die Stelle des Gasthauses z. Pflug gebaut wurde,
gaben Leben und Verdienst für die Gewerbetreibenden
. Von dieser Zeit an verschwand allmählich
die Schramberger Tracht, deren Anschaffung sehr
kostspielig war. Jetzt fuhren die Männer mit ihren
Frauen im Winter in feinen Tuchkleidern und
Mänteln, in teuren Schlitten die Steig hinauf nach
Rottweil oder in eine andere Ortschaft der Umgegend
.

Die gute Zeit dauerte jedoch nur bis zum Jahr
1844, wo die Kartoffelkrankheit und damit Teuerung
eintrat und auch das Baugewerbe lahm legte.
Diese trostlose Lage dauerte fort bis zum Jahr
1855, von wo ab die Feldfrüchte reichlich gediehen
und deshalb das Brot wieder billiger wurde."

Karoline Grüner hielt nichts von der bürgerlichen
Revolution 1848/49, die auch in Schramberg für
Unruhe sorgte:

„Aber diese unglückliche Zeit erzeugte unter den
Einwohnern von Schramberg wie sonst überall
große Unzufriedenheit, und trotzdem dieselben
1806 beim Uebergang von Oesterreich an Würt-


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