Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., M 8335,g
Lindner, Pirmin August; Hauthaler, Willibald [Mitarb.]
Monasticon Episcopatus Augustani antiqui: Verzeichnisse der Aebte, Pröpste und Aebtissinnen der Klöster der alten Diözese Augsburg
Bregenz, 1913
Seite: 55
(PDF, 25 MB)
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  (z. B.: IV, 145, xii)



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Heiligkreuz in Donauwörth.

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6) Heiligkreuz
(vor 1110

Das Mönchskloster zu Hl. Kreuz verdankt seinen Ursprung den
edlen Herren von Werd. Manegold I. dieses Geschlechtes grüudete
vor 1049 zu Mangoldstein ein Nonnenkloster für Benediktinerinnen.
Manegold HI. von Werd entfernte die Benediktinerinnen mit
Konsens des Papstes Pascal LI. zwischen 1100 bis 1110 und
gründete ein Mäunerkloster für Benediktiner; die Colonie kam
aus S. Blasien im Schwarzwalde. Patron S. Crux, von dem
beträchtlichen Kreuzpartikel, den Manegold I. zu Constantinopel
anlässlich seiner Gesandtschaftsreise 1027 erhalten hatte. —
Hl. Kreuz fiel 1802 als Entschädigung an das fürstliche Haus
Oettingen-Wallerstein. — Fürstin Wilhelmine verfügte am 15. Jänner
1803 die Aufhebung des Stiftes, das am 2. Februar von den
Religiösen geräumt sein musste. Abt Coelestin Königsdorfer starb
als Pensionär zu Donauwörth 1840 und erhielt in einer eigenen
Kapelle neben der Stiftskirche seine Ruhestätte. Er verewigte
das Andenken seines Stiftes durch die von ihm verfasste Geschichte,
von der Friedrich Böhmer, Reg. Friedrich D. N. 88, bemerkt „ein
besonders für die letzten Zeiten der Klöster und deren Aufhebungsgeschichte
merkwürdiges Buch, dessen Verfasser dem
unbefangenen Leser Hochachtung abgewinnt". — Das Stift besorgte
3 Pfarreien: Hl. Kreuz, Münster und Mündling. Die Kloster-, jetzt
Pfarrkirche, neu erbaut 1717—1720, ist ein gefälliger Renaissance-
Bau. In der sogenannten Gruftkapelle befindet sich ein aus dem
15. Jahrhundert stammendes Bildnis (Sculptur) ß. M. V. dolorosae,
das noch bis zur Stunde viel besucht wird. In dem ehemaligen
Kapitel-Saal wurde die unglückliche Gemahlin Ludwigs IL,
Herzogs von Bayern, Mariavon Brabant (unschuldig ermordet
vom 17. auf den 18. Jänner 1256) beigesetzt. Ihr Grabmonument
ist dort noch zu sehen. — Seit den 60iger Jahren des vorigen
Jahrhunderts befindet sich in den ehemaligen Klostergebäuden
die Anstalt des pädagogischen Vereins unter Direktion des Ludwig
Auer und dessen Buchdruckerei etc.

Auswärtige Stationen: 1. Die Pfarrei Münster ad
B. M. V. assumpt., I1/* Stunde von Donauwörth entfernt. Siehe
Steichele, Bistum Augsburg IV. 705—713. — 2. Die Pfarrei Mündling,
Vj2 Stunde von Donauwörth entfernt, im Bistum Eichstädt gelegen,
in der Nähe des Stiftes Kaisersheim. — Ueber den Besitzstand
de3 Stiftes vgl Dr. Schröder, Die staatsrechtlichen Verhältnisse
im bayerischen Schwaben S. 61—62.

Quellen: Bertholdi abb. S. Crucis Werdani O. S. B. historia
quomodo portio vivificae crucis Werdeam pervenerit. (Oefele,
Script. I. S. 332—336.) — Einkünfte-Verzeichnis des
Klosters Heiligkreuz in Donauwörth aus dem XIH. Jahrhundert
(ed. von Dr. Steichele, Archiv für Geschichte des Bistums Augsburg
IL 416—432). — Mon. boica XVI. (1795): a) Praef. und
Series Abbatum (1—6). — b) Diplomatarium miscellum 1049—1623,
29 Urk. (10—90). — c) Mit 2 Kupfern: a) Stift Heiligkreuz, Enderle
pinxit Werdensiae, Zimmermann sculpsit, Monachii. b) Das Grab-

l) 1. Euinen von Mangoldstein im Jahre 1818 (S. 1). 2. 3. u. 4. Die
byzantinische kostbare Einfassung des hl. Kreuzpartikels und ein byzantinisches
Marienbild (S. 33-36). 5. Das Grabmonument der Herzogin Maria
von Brabant zu hl. Kreuz (S. 92). 6. Die prachtvolle gothische Monstranz,

in Donauwörth

bis 1803).

monument der Herzogin Maria von Brabant. — Mon. Ger. Nec. I.
Necrolog. Monasterii S. Crucis Werdeae 118—119.

Literatur: Allgemeines: Khamm, Hierarchia. Pars reg.
III. 246—265. — Königsdorfer Coel. (letzter Abt), Geschichte des Kl.
z. Heil-Kreutz in Donauwörth. Donauwörth. Druck v. Seb. Sedlmayr,
Commiss.-Verlag von Marth. Veith und M. Rieger in Augsburg.
I. Bd. 1819, 422 S. Von den Urahnen seiner Stifter bis 1518.
Mit 6 Kupfern *) H. Bd. 1825. 618 S. mit 1 Kupfer. Reicht von
1518—1648. III. Bd. I. Abteiig. 1829, 618 S. (reicht v. 1648—1796).
ni. Bd. II. Abteil. 1829, 448 S. (Reicht von 1796—1803). Mit
5 Lithographien. Unter diesen: S. 1 Heilig-Kreuz im Jahre 1803,
S. 222 ein byzantinisches Marienbild, aufgefunden in der Stadtpfarre
zu Donauwörth 1730, S. 436 Wappen der Aebte von Heiligkreuz.

— Lindner Pirmin, Verzeichnis der Aebte und Mönche des ehemaligen
Benediktiner Stiftes Heilig Kreuz in Donauwörth mit
Ergänzungen von Joh. Traber (Mitteilungen des historischen Vereins
für Donauwörth, 2. Jahrg. 1905, S. 1—44. Auch separat. Donauwörth
(Druck von L. Auer) 19C5, gr. 8°. — Sallinger C, Kurz-
gefasste Geschichte des Klosters zu hl. Kreuz und der ehemaligen
Reichsstadt Donauwörth. (Ohne Ort), 1844. Mit 4 Abbildungen.

— Steichele, Bisthum Augsburg, ni. 827—897 (Quellenmässige
Geschichte.) — Stengelin C, Monasteriologia Pars. I. Blatt 31
Beschreibung und Bild.)

Kleinere Notizen: Hirsching, Klosterlexikon 1027—
1033. — Lexikon von Bayern I. 499—504. — Sulzbacher Kalender
1887, 114-124.

Literarische Tätigkeit: Lindner, Schriftsteller
O. S. B. in Bayern. H. 134-150, 284, 285. Nachtr. 59.

Biographisches: Personalstand im Jahre 1803 (Neuburger
Collect.-Bl. 1882 S. 110—112 und siehe oben Lindner-Traber.

— Sailer J. N, Trauerrede auf Abt Gallus zu hl. Kreuz. (Bibliothek
für Prediger I. Teil. Sailer, christliche Reden. Augsburg 1802.
S. 70-85)

Kunsttopographisches: Hirsching, Nachrichten VI.
27—29. — Meidinger S., Beschreibung 1787, S. 321. — Schneider Fr.,
Zur Altersbestimmung des Kreuz-Reliquiars in der Gruftkapelle
der Heiligkreuz-Kirche zu Donauwörth (Mitteilungen des historischen
Vereins für Donauwörth. H. Jahrg. (1905), 45—56 mit 3 Lichtdrucken
.) Steichele, 1H. 837—840 (Beschreibung des Kreuzpartikels.)
Traber J., Die Glocken der Heiligkreuzkirche in Donauwörth.
Zur Erinnerung an die 14. Oct, 1906 stattgefundene Glockenweihe-
Donauwörth 1906. 18 S. gr. 8°.

Die weitere allgemeine Literatur, besonders die
handschriftliche, siehe bei Lindner, Schriftsteller O. S. B. in Bayern
n. 134 ff. Nachtr. 59.

Geschenk Kaiser Maximilians I., in der das hl. Kreuzpartikel bis 1803 aufbewahrt
wurde (jetzt in Wallerstein) (S. 320). Beigegeben sind 14 Urkunden
von 1122—1501.


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