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Lauingen - Niederschönenfeld.
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Nr.
Aebtissin nen u. Priorinnen
Geburtsort
Beginn der Regierung
(resp. kommt vor, erwählt, confirmiert)
Ende der Regierung
(resp. resigniert, transferiert,
abgesetzt, gestorben)
C) A e b t i s 8 i n n e n :
17
Scholastica Feyerabend
Professin v Neidingen
—
von 1659 — 1672 Priorin; am
10. Juni 1672 als erste Aebtissin
benediciert
f 31. Jan. 16791)
18
Barbara III. Baumhart
241
erw. 1. März 1679
f 19. Juni 17092)
19
Adelheid 1. laxberger
245
—
erw. 22. Juni 1709
f 1. April 1717 3)
20
M. Lutgardis Laug
246
erw. 22. Juni 1717
res. 17. Juni 1738,
f 20. Nov. 1752
21
Adelheid II. Thamler
247
Neuburg
erw. c. 1738
unbekannt
22
Corbiniana
24s
erw. vor 1744
f 27. Dec. 1748/) aet. 58
23
Rosa
249
f 22. Mai 1779
24.
Josepha Mayr6)
Letzte Aebtissin
250
D) Priorinnen:
25
Coelestina Bauer
251
Lauingen
f 23. Oct. 1809, aet. 61,
rel. 43
26
Antonia Mang
252
Lauingen
f 2. Juni 1813, aet. 64,
rel. 47
3) Niederschönenfeld
(1261—1803).
Niederschönenfeld gehört jetzt zum Kreise Schwaben, Bezirks-
Amt Neuburg a. D. und ist eine Stunde von der Stadt Rain
entfernt.6) Namen: Campus speciosns, Schönnvelt (saec. XIII.)
Die Stifter waren Graf Berthold von Graisbach (Greifesbach)
und Lechsgmünd und seine Gemahlin Adelheid. Das Stiftungsjahr
lässt sich nicht bestimmen. Ursprünglich bestand die Ordensgemeinde
aus einer Versammlung von Beguinen zu Burgheim.
Bald zog aber dieselbe in das zwei Stunden von Burgheim entfernte
Niederschönenfeld. Aus der ältesten Urkunde, vom 9. Jänner 1261,
mit der Bischof Siboto von Augsburg die Besitzungen des Klosters
bestätigt, ersieht man, dass sich das Kloster bereits zu Niederschönenfeld
befand und dem Cistercienserorden angehörte. Die
geistliche Leitung hatte stets der Abt von Kaisersheim; zwei
Patres waren damit betraut; der eine war Confessarius, der andere
übte die Pfarrechte zu Niederschönenfeld aus. Kurfürst Max Josef
') Nee. Oberschönenfeld. 2) Detto. a) Grabstein. 4) Grabstein.
5) Flüchtete sich mit 2 Nonnen nach Kloster Geisenfeld und kehrte von dort
von Bayern verfügte die Aufhebung, die den Nonnen am 18. März
1803 publiziert wurde. Der Konvent bestand aus 1 Äbtissin,
23 Chorfrauen, 14 Laienschwestern und 2 Novizinnen. Eine grosse
Zahl der Nonnen verblieb nach der Aufhebung im Kloster von
den kargen Pensionen gemeinsam lebend. Aber auch diese wurden
ihnen öfter erst nach vierteljähriger Verzögerung ausbezahlt.
(Baader S. 457). Durch Dekret vom 14. September 1803 wurde
das Rentamt von Rain nach Niederschönenfeld verlegt und ein
Teil der Klostergebäude dafür etabliert. Der erste Rentbeamte,
der dort fungierte, war ein äusserst roher Mensch. Er sprengte
ohne Not die Klausur und trieb mit seinem Schreiber oft bis
11 Uhr nachts den grössten Unfug Wenn sich die Nonnen zurückziehen
wollten oder gar beklagten, so hatte er kein anderes Wort
als: „Sie sollen marschieren und das Kloster verlassen." Selbst
die nötige Leibwäsche wurde den Nonnen weggenommen und
nicht mehr zurück.
München.
6) Gehörte früher zum Kreis Oberbayern, Rentamt
243-252
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