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wählen, als dazu erforderlich waren. Dieſes geſchah, und
es wurden ihm ſieben Glocken ausgeliefert, die folgende
Töne angaben: C. Es. B. tief G. A. F. D. ¹) Das Werk wurde
mehrere Mal in dem Chor des Muͤnſters, in dem damaligen
Conzert⸗Saal zum Spiegel (welches Lokal im Jahr 1798
damit beſchloſſen wurde) dann in dem am 28. November 1799
eröffneten neuen Conzert⸗Saal der Reunion des Arts, aufge⸗
führt.
Die Einleitung, das Erwachen des Volks, allegro
moderato 4/4 in F dur beginnt leiſe mit dem Quartett, und
waͤchst in ein dumpfes Getöſe heran, welches durch das Ein⸗
treten der Blas⸗Inſtrumenten, in Klag⸗Tönen immer ſtärker
wird; die Verwirrung nimmt zu, gleich einem ſchrecklichen
Gewitter, welches das Erſtuͤrmen der Tuilerien zu bezeichnen
ſcheint; der Tumult nimmt dann wieder ab, und einzelne
Handgemenge ſind noch bemerkbar. Nach 97 Takten, tritt
die erſte Sturmglocke in C ein, im gten Takt ſchlägt zu
gleicher Zeit eine ate in Es an, im 12ten Takt ſchweigt die
erſte, und im 13ten treten zu Es, noch G und B Glocken; dann
im 19ten F mit C, ſpaͤter tritt eine o Glocke ein, zwiſchen
den Glockenſchlaͤgen fuͤhren die Saiten⸗Inſtrumente unisono
kraͤftige Figuren aus, nach 51 Takten dieſes Stürmens aus
den verſchiedenen Pfarreien in Paris, hört man einen allge⸗
meinen Trompetenruf in d, die Trommeln ſchlagen den Ge⸗
neral⸗Marſch, von Soldaten⸗Pfeiffen begleitet. Es entſteht
eine neue Verwirrung, (6/4 in D dur) das volle Orcheſter
¹) Nach der Wiederherſtellung der Ordnung, wurden die durch dieſe
mufikaliſche Verwendung geretteten Glocken, von den frühern Eigen⸗
thümern wieder verlangt und zurückgegeben, bis auf eine einzige (ES)
welche heute noch auf dem Stadt⸗Archiv aufbewahrt wird. Eine an⸗
dere iſt in dem Brand des Theaters am iſten Mai 1800, wo ſie ſich zu⸗
fällig befand, verſchmolzen.
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