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er Kirche eine große Sammlung Kirchen⸗Compoſitionen für alle
Sonn⸗ und Feiertage des Jahrs, von Frauenholz und Brü ck,
Kapellmeiſter bei der Neuen⸗Kirche vorruͤthig (S. dieſe).
Die Leitung der Kirchen⸗Muſik, in der Thomas⸗ Kirche
war in den fruͤheren Zeiten, den Organiſten überlaſſen, was
bei der einfachen Beſetzung derſelben leicht auszufuͤhren war;
ſpäter wurde dieſe Leitung einem beſondern Choragen uͤber⸗
tragen und bei bedeutendern Aufführungen dem Kapellmeiſter
der Neuen, als der Haupt⸗Kirche, überlaſſen. Durch Beſchluß
des Stifts vom iten Maͤrz 1692, wurde dem Organiſten
die bloße Aufſicht über die Orgel, und dem Choragus die
Direktion der Muſik übertragen. Unter den Choragen
findet man:
1723. Ebertin, (Joh. Michael) ſpaͤter Pfarrer zu
Gertweiler.
1730. Farr, (Joh.) er bewirkte 1738 eine V ermehrung
der Muſiker, mit einer jährlichen Zulage von 20 Fl.
1756. Schoͤttel, (Joh. Phil.) ſeit 1741 Organiſt, wurde
am 27ten November 1766, zum Choragen ernannt; er ſtarb
am ꝛ6ten November 1774. .
1760. Kolb, (Joh. Fried.) Choragus, nachheriger
Diakonus zu Barr/ ſpäter Pfarrer an der Niklaus Kirche.
1771. Moſſeder, (Franz Rudolph) ſeit dem 29. Auguſt.
1786. Merk, (Joh. Erhard) ſtarb 180)7).
1807. Kroh, (Phil.) ſeit dem 16ten Mai, bis zu ſeiner
Ernennung als Pfarrer zu Breuſchwickersheim, dann als
ſolcher (jetzo noch) zu St. Wilhelm in Straßburg angeſtellt.
1817. Heinemann, (Phil.)
Da die regelmaͤßigen ſonntäglichen Kirchen⸗Muſiken ſeit
1793 nach dem, durch die Revolution herbeigefuͤhrten Ver⸗
luſt, der dazu beſtimmten Einkünfte, voͤllig g aufgehört hatten,
ſo beſchränkte ſich das Amt des Choragen blos auf das
Vorſingen des Chorals, ſeit jener Zeit; daher dieſe Stelle
nicht mehr durch Muſikverſtändige beſetzt wird.
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