http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/lobstein1840/0082
72
Beſondere muſikaliſche Aufführungen in der ältern Zeit in
dieſer Kirche, hatten ſtatt am 14ten Januar 1740 durch Kapell⸗
meiſter Frauenholz, bei Gelegenheit der Einweihung der
Silbermanniſchen Orgel, und am ꝛj0ten Auguſt 1777 durch
Kapellmeiſter Schoͤnfeld, bei Gelegenheit der Einweihung des
Monuments des Marſchalls von Sachſen und der Beiſetzung
ſeiner koͤrperlichen Huͤlle in die dazu beſtimmte Gruft. Der
geachtete Kapellmeiſter hatte dazu, die von ihm auf der
Empor⸗Buͤhne der Kanzel gegen uͤber, dirigirte Trauer⸗
Kantate, eigens komponirt. In neuerer Zeit verdankt man
dem Kunſt⸗Sinn und der Uneigennützigkeit des achtbaren
Organiſten Stern, die Aufführung an Kirchenfeiertägen von
Cantaten eigener Compoſition mit Orgelbegleitung, unterſtuͤtzt
durch die von ihrem Lehrer, Hr. Hörter, dirigirten Schuljugend
der Thomaskirche und dazu erbetener Dilettanten. Möge ſeine
Bemuͤhung und ſein Eifer fuͤr die gute Sache in der betre⸗
tenen Bahn nie erkalten, und von Seiten des Kirchen⸗Vor⸗
ſtands die verdiente Unterſtützung finden.
D. girche zum Alten St.-Peter.
I. Katholiſche Abtheilung.
Die urſpruͤngliche Kirche zum alten St. Peter, die erſte
Kirche der Stadt, welche zu Anfang des 4ten ——
derts außerhalb der Mauern Straßburgs als ein hlo oßes
Bethaus errichtet war, wurde im Anfang des 51
hunderts durch die in Gallien eingedrungenen Bülrerſchifter
wieder zerſtoͤrtt. Man war daher im 6ten Jahrhundert auf
deren Wiederaufbauung bedacht, erſt zu Anfang des 8ten
Königshoven ſagt in ſeiner Ehronik (P. 272): „Ouch hette
das Volk groſſe gnode und andocht zu der kirchen zum Alten ſant
Peter, wan ſü die erſte Kirche zu Straßburg was. Hervmb buwete
vil luͤte hüſere do und worent do geſeſſen.“
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/lobstein1840/0082