Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 9303
Lobstein, Jean Martin François Théodore
Beiträge zur Geschichte der Musik im Elsass und besonders in Strassburg: von der ältesten bis auf die neueste Zeit
Straßburg
Seite: 77
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Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

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von beſondern Choragen. Auch für ſie wurde eine bedeutende
Anzahl von Muſikalien und muſikaliſcher Inſtrumenten ange⸗
ſchafft, welche bis in das Jahr 1793 noch vorräthig waren⸗
wo ſie in der Schreckenszeit, nebſt dem Kirchen⸗Geräth, an
die ſtädtiſche Volksregierung voreilig genug abgeliefert wurden.
Es beſtund dieſer muſikaliſche Schatz in 5 bis 600 Cantaten,
Motetten, ſonntäglichen Evangelien und Epiſteln, welche nach
und nach angeſchafft worden waren, namentlich im Jahr 1701.
36 Stuͤcke von Weltzer, Muſikdirektor zu ſchwäbiſch Hall;
am 7. Mai 1703, 100 Stuͤcke von demſelben. Unter den vor⸗
züglichſten Werken befanden ſich mehrere von Capricornus
Ahle, Joh. Roſenmuͤller, Andr. Hammerſchmidt, Joh. Melch.
Glettle, Nicolai (Joh. Mich.), Motetten, komponirt 1696.
Joh. Jak. Froberger (ſelten). Joh. Georg Rauch, und von
andern mehr, einiger hundert Frauenholziſcher nicht zu ge⸗
denken.
Folgende waren die muſikaliſchen, dieſer Kirche eigenen
Inſtrumente: 5 Violinen, worunter eine Augsburger; 1 Viole,
1 Baß⸗Violon, 1 Zinke, 2 Poſaunen, wovon eine Baß⸗Po⸗
ſaune von außerordentlicher Größe; am 10. Januar 1701
wurden noch 2 Hoboen und ein Fagott dazu gekauft.
Die bei den ſonntaͤglichen Muſiken angeſtellten Muſiker
wurden von dem Ertrag der Collekten an den großen Feier⸗
tägen in der Abendpredigt ſalarirt, bis zum Jahr 1683, wo
ſie es von dem Stift wurden. Leider hat dieſe Kirche durch die
Revolution ein bei der Stadt Straßburg angelegtes und von
der Regierung nicht uͤbernommenes Capital von 17,736 Fr.
verloren, wodurch ſie außer Stand geſetzt worden iſt, ferner,
aus eigenen Mitteln, etwas auf die Muſik zu verwenden.
Seitdem iſt aber für die Wiederherſtellung der Anſtalt durch
Collekten kein Verſuch gemacht worden. .
Unter den Choragen, gewöhnlich aus dem Wilhelmita—
ner⸗Kloſter, welche die muſikaliſchen Aufführungen gegen eine
mäßige Entſchaͤdigung zu leiten hatten, ſind bekannt:


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