Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., F 9303
Lobstein, Jean Martin François Théodore
Beiträge zur Geschichte der Musik im Elsass und besonders in Strassburg: von der ältesten bis auf die neueste Zeit
Straßburg
Seite: 123
(PDF, 32 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/lobstein1840/0133
123

werden, welche die Clavier⸗ und Geſang⸗Lehrer Berg
Jauch, Wackenthaler, Laucher u. a.“, in ihrem eige⸗
nen Lokal, auf Einladung ſeit vielen Jahren geben, worin
ſich ihre Schüler auf dem Pianoforte hoͤren laſſen und worin
mit Quartett und Geſang⸗Muſik oder ſonſtigen Inſtrumenten
abgewech ſelt wird. Durch dieſe Uebungen, welche fortdauernd
beſtehen, gewoͤhnen ſich die Schuͤler außer dem Familienzirkel,
vor Zuhoͤrern zu ſpielen, wodurch allerdings ihr Vortrag nach
und nach in jeder Hinſicht gewinnt.

1 Da von den drei letztern dieſer verdienſtvollen Lehrer, im Lauf
dieſer Schrift, bei Gelegenheit ihrer verſchiedenen Anſtellungen (Mün⸗
ſter und Normal⸗Schule) geſprochen worden, ſo geben wir über Hrn.
B erg folgende kurze Notiz, um ſo mehr da auswärtige Schriften
bedauern, keine Nachrichten über ſeine äusern Verhältniſſe zu ſitze
Hr. Berg (Conrad Mathias, eigentlich von) iſt geboren zu Coln ar,
am 25ſten April 1785. Seine Eltern, beide Ausländer, waren Georg
Heinrich von Berg, aus Thuren in der Pfalz — und Chriſtiana Lau⸗
tenſchläger aus Weinsberg. Im Jahr 1785 war Hr. Berg, Vater,
Mufik⸗Lehrer in dem Pfeffel'ſchen Militär⸗Inſtitut zu Colmar. Nachdem
er dieſes verlaſſen hatte, begab er ſich in den neunziger Ja
dieſem, ſeinem einzigen Sohn, nach Straßburg „wo er als aa tbarer
Clavier⸗Lehrer privatiſfirte und daſelbſt am 23ſten Dezember 1836 , in
ein em Alter von 77 Jahren ſtarb. Der junge Berg erhielt in Straß⸗
burg eine angemeſſene, wiſſenſchaftliche und muſikaliſche Erziehung,
un er dann in Paris vollendete und auf ſeinen Reiſen ferner. aus⸗
dete.
Als vorzüglicher Clavierſpieler und Lehrer ſtiftete er zuerſt die oben⸗
genannten muſikaliſchen Morgen⸗ und ſpäter Abend⸗Unterhaltungen.
Als denkender Lehrer ſchrieb er: Ideen zu einer rationalen Lehrme⸗
thode der Muſik mit Anwendung auf's Clavier⸗ ⸗Spiel; ferner einen
Aufſatz: Ueber den Einfluß des modernen Clavierſpiels auf die muſi⸗
kaliſche Bildung unſerer Zeit im Allgemeinen (in der Cäcilia Bd. 17),
Seine praktiſchen Werke beſtehen in Sonaten, Divertiſſements, Rondo's,
Trio's, Concerten für 1 und 2 Piano's, Lieder, eine Cantate, „u. ſ. w.,
welche ſämmtlich im Stich herausgekommen ſind; viele ſeiner Compo⸗
ſitionen find in Manuſcript vorräthig. — Kürzlich erſchien
ein Appercu historique sur l'état de la musique: à Strasbourg „ pendant
les 50 dernières années, Strasb. 1840; So. 86 Seiten, welches neben
einigen hiſtoriſchen Irrthümern, viele richtige Anſichten und fromme
Wünſche, die viele Kunſtfreunde mit ihm theilen werden, enthaͤlt.


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/lobstein1840/0133