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Im Winter des Jahrs 1826 hatte ſich unter bloßen Di⸗—
lettanten eine Sing⸗Akademie gebildet, welche die Ein—
übung von Choͤren und Enſemble⸗Stuͤcken zum Zweck hatte.
Aus den vierteljaͤhrigen Beitraͤgen der Mitglieder wurden,
nach den ſtark verpönten Statuten, Muſikalien angeſchafft,
allein die Anſtalt dauerte nur kurze Zeit. (S. allg. muſ. Zei⸗
tung v. Leipzig 1829. S. 647.)
Endlich haben wir noch von der zu Anfang des Jahrs 1830
unter dem Namen Elſäſſer-Muſik⸗BVer ein entſtandenen
Geſellſchaft zu ſprechen, deren veroͤffentlichte Statuten ſich
alſo ausdrücken: „Die Muſik⸗Liebhaber und Muſiker, welche
das Elſaß bewohnen, verſammeln ſich jährlich, in derjenigen
Stadt dieſer Provinz, welche durch ſie bezeichnet worden, um
miteinander die Werke großer Meiſter aufzufuͤhren. — Der
Verein hat zum Zweck, die Befoͤrderung der Kunſt, u. ſ. w.“
Nach dem yuͤſten und letzten Artikel der Statuten, ſoll im
der Auflöſung der Geſe ſchaft, die ihr gehoͤrige Muſi⸗
Sammlung in der oͤffentlichen Bibliothek der beiden
Stadte „wo der Sitz des Ausſchuſſes iſt, aufbewahrt werden,
um den G Geſellſchaften, die ſich ſpäter bilden könnten, zum
Gebrauc uͤberlaſſ iſſen zu
Am 12. und 13. April 1830 gab der alſo konſtituirte Mu⸗
ſik⸗Verein ſeine erſten Conzerte zu Straßburg, allein die jähr⸗
liche Zuſammenkunft unterblieb.
Inm Jahr 1836 veranlaßte die Saͤkularfeier der Erfindung
der Buchdruckerkunſt, Lunter der er Firma des Elſ aͤſ ſer Mu⸗
och uͤbrigen Elemente des erſten Muſik⸗Feſtes zuſammen
berufen waren 4 und worin mehrentheils fremde Muſiker
(Riesler, Flöte; Waſſermann, Violine; Boͤhm, Vio⸗
lonzell) Gelegenheit fanden, ſich hören zu laſſen.
Es iſt höchſt zu beklagen, daß ſeit der Stiftung des Ver⸗
eins, die Fortdauer deſſelben ſo ſchnell unterblieb, und die
vorgeſchriebenen, jaͤhrlichen Zuſammenkuͤnfte nicht ſtatt hatten/
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