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auch bis jetzo nicht wieder eingerichtet worden. Da nach den
Statuten ein Ausſchuß von 14 Mitgliedern fuͤr den Ober⸗ und
RNieder⸗Rhein beſtehen ſoll, über deſſen Erneuerung ſeit 1830
wenigſtens nichts bekannt geworden, ſo iſt, den Statuten nach
zu urtheilen, der Verein ſo viel als aufgeloͤst zu betrachten,
und der fortgeſetzte Gebrauch der Firma eines Elſäſſer
Muſikvereins, ohne konſtituirte Mitglieder, ohne Statuten
und Ausſchuß aus dem O Ober⸗ und Unter⸗Elſaß, iſt eine laͤcher⸗
liche Anmaßung.
VI. Theater zu Straßburg.
Ob ſich gleich gegenwaͤrtige Beiträge blos auf die Geſchichte
der Muſik beſchraͤnken ſollen, ſo iſt doch der mußkaliſche
Theil in der Theater⸗Geſchichte, ſo enge mit dem dramati⸗
ſchen verbunden, daß wir uns genoͤthigt ſehen, dieſen letztern
nleitung, eine kurze Thea⸗
hiſtoriſch zu beruͤhren / und zur Eit
ter⸗Geſchichte vorauszuſchicken.
I. Deutſcher Zeitraum.
Die älteſten, theatraliſchen Darſtellungen im 16ten Jahr⸗
.P hundert, waren nichts anders als akademiſche Spiele, hiſto⸗
riſche „geiſtliche oder Gelegenheitsſtuͤcke, und griechiſche oder
lateiniſche Comoͤdien aus den Elaſſikern.
Dieſe Vorſtellungen hatten viele Jahre lang unter t reiem
Himmel, auf dem ſogenannten Grasboden, vor dem Gym⸗
naſium oder dem Wilhelmitaner⸗ Kloſter ſtatt, unter den Be⸗
nennungen dramata theatralia, actiones comicæ oder tragicæ, comœ-
die academicæ. Es befindet ſich auf der Stadt⸗Bibliothek eine
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