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Geifall der hohen Herrſchaft verdient habe, und
daß, obwohl ſonſt Kleider vorhanden waren, ſo ſeyen
doch dieſelbe von griechiſcher Art, da ſie aber römiſch
ſeyn ſollten, ſo haͤtte man bei dieſer Gelegenheit die
Ausgabe nicht vermeiden können. — Die Summe
wurde unter die Pflegereien St. Nicolaus in undis,
das Frauenhaus, die Carthauß und die hohe Schule
vertheilt. — Geiſtliche und Lehr⸗Anſtalten, trugen
alſo damals zu den Koſten theatraliſcher Darſtel⸗
lungen bei!
1668 wurde den Studierenden erlaubt in dem Collegio præ-
dicatorum zwei Vorſtellungen, eine lat einiſche und
eine deutſche zu geben.
Außer dieſen Vorſtellungen durch Studierende findet n nan
ſeit 1601 Magiſtrats⸗Beſchlüſſe, wodurch zu Meßzeiten, herum⸗
ziehenden Geſellſchaften, unter verſchiedenen Benennungen, die
Erlaubniß zu ſpielen, um gewiſſe feſtgeſetzte Preiſe, ertheilt
wurde; z. B. „1601, 24ſten Juni: Engländiſche Comoͤdiauten
halten an comodias zu ſpielen; — 27ſten Juni, Chriſtian Schma⸗
ler bittet um die Erlaubniß; — 1606 wird engliſchen Eomö.
dianten, mit 14 Perſonen, erlaubt zu ſpielen; — 1666 Cyriae
Kuhlmann erhält die Erle tubniß, wal örend der Meſſe fuͤr den
Eintritt⸗Preiß von 2 Sols 8 Den. zu ſpielen.“ Einem gewiſſen
Chriſtian Krantz hatte der Magiſtrat 1667 ſein Geſuch abge⸗
ſchlagen; dieſer wandte ſich im folgenden Jahr an den Pfalz⸗
grafen Adolph Johann, welcher dem Magiſtrat vorſtellte, er
habe die Geſellſchaft in ſeine Dienſte genommen und bat ſie in
ſeinem Haus ſpielen zu laſſen. Es wurde erlaubt, allein den
Sindenten verboten dahin zu ‚geben.
unterſagt und 1697, als ſ je auf der. Zunft aennhe
drei Vorſtellungen geben wollten, ihnen die Einladung gegeben,
ſie moͤchten bei ihren Handwerken bleiben.
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