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1736 und 1737. Neuber (Joh.,) aus Leipzig, fuͤr Luſt
und Trauerſpiele. Die eigentliche Fuͤhrerin dieſer Geſell⸗
ſchaft war ſeine Frau Frid. Carol. Weiſſenborn, Tochter
eines Doktors der Rechte zu Zwickau, welche beſonders in
tragiſchen Rollen glaͤnzte, und die erſte war, welche aus
dem Schauſpiel bis zu jener Zeit, den Hanswurſt mit
allen Obſcenitäten und Harlekinaden verbannte. Merkwuͤr⸗
dig genug findet man in allen Conceſſionen des Magiſtrats
die Bedingung „daß derſelbe mit ſeinen Leuten in den Vor⸗
ſtellungen ſich der Ehrbarkeit aufzufuͤhren ſchuldig ſeye; —
oder: daß er ſich geziemender Ehrbarkeit befleißige.“ Die
geſchätzte Schauſpielerin erhielt in Kiel, von dem Herzog
von Holſtein, der zuweilen felbſt Rollen uͤbernahm, ein Ge⸗
ſchenk von 1000 Thrt.
1738. Neffzer (Franz Leopold). erhielt im Oktober dieſes
Jahrs, im Maͤrz 1743 und Dezember 1744 die Erlaubniß
Marionetten, und die Nachſpiele mit lebenden Perſe onen ſpielen
zu laſſen.
1738. Gerwardi (Franz) v von Walrodi, koͤniglich preuſſi⸗
ſcher Hof-Schauſpieler.
1739 und 1740. Derſelbe bis zum Palmſonntag; er erhielt
im erſten Jahr von der Stadt ein Geſchenk von 50 Thalern
fuͤr ſein gutes Betragen, und im zweiten 150 Livres.
1739 und 1740. Beck (Joh. Friedr.) im Juli, fuͤrſtl.
Waldeck'ſcher Hof⸗Schauſpieler.
1742. Anton Balanze, aus dem Languedoc.
1744. Jakob Salier, deutſche Schauſpiele, waͤhrend der
Meßzeit.
1745. Teradat, Direktor einer italiaͤniſchen Geſellſchaft/
trat ſeine erhaltene Conceſſion an Joh. Bapt. D Duclos, von
der franzöſiſchen Geſellſchaft, ab.
Der Zulauf in das kleinere bequem eingerichtete Theater
erregte fortdauernd die Eiferſucht der franzöſiſchen Direktion,
welche nicht unter dem Magiſtrat, ſondern unter der Mili⸗
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