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März 1784 wieder getrennt, und Koberwein erhielt das deut—
ſche Privilegium allein, für die ſieben uͤbrigen Jahre, unter der
Jurisdiktion des Magiſtrats. Im Jahr 1787 trat das Straß⸗
burger Handelshaus Zollikoffer und Kuhn in die Geſellſchaft
mit Goyon, bis im Hornung die Direktion an Hr. Demeri
uͤbergieng, der ſie gluͤcklich durch die Revolutions Jahre
durchfuͤhrte. Während ſeiner Dierektionsführung, und da in
den Kriegsfjahren keine fremde Geſellſchaft erſchien, bildete
ſich in dem elegant eingerichteten kleinen Theater zur Tuch
Zunft, eine Liebhaber⸗Geſellſchaft fuͤr franzoͤſiſche Schauſpiele
und Opern zum Beſten der Armen, unter dem Namen Wohl⸗
thaͤtigkeits⸗Theater. Ihre erſte Darſtellung, hatte
am 16ten Oktober 1794 ſtatt; 6 Jahre lang wirkte dieſe
Geſellſchaft mit glänzendem Erfolg und brachte den Armen
nach Abzug der Koſten, bedeutende Summen ein. Auch in
dem geraͤumigen Saal zum Spiegel, hatte ſich ein franzöſiſches
Theater fur vaudevilles und kleine Opern gebildet, unter der
Direktion des vorzüglichen Geigers Kuntz, des damaligen
Muſikdirektors des großen Theaters. Die kleine ausge⸗
zeichnete Geſellſchaft hatte großen Zulauf. Sie gieng ein,
als Kuntz mit ſeiner Frau, als erſte Sängerin, nach Paris an
die komiſche Oper berufen wurde.
Der Uebergang mehrerer vorzuͤglicher Mitglieder des
Wohlthaͤtigkeits-Theaters zu der ſtädtiſchen Bühne (die
HHrn. Lafforgue, Duquesnoi, Dem. Dumonchau) führte im Jahr
1800 ihre Aufloͤſung herbei. Auch ein deutſches Wohl⸗
thaͤtigkeits⸗LTheater hatte ſich gebildet. Seine erſte Vor⸗
ſtellung hatte am 19ten Januar 1799 auf dem großen, ſpaͤter
auf dem kleinen Theater ſtatt, wo ſich die Geſellſchaft einige
Jahre lang hielt.
Als am iten Mai 1800 das große Theater ein Raub der
Flammen wurde, ſpielte die franzoͤſiſche Geſellſchaft des
Direktors Demeri, in dem kleinen Theater der Tucher-Zunft,
bis zur Eroͤffnung im Jahr 1807, des geraͤumigen proviſoriſch
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