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Gned, Schebeſt, Fiſcher⸗Schwarzboͤck, Fiſcher⸗— Achten,
von Haſſelt, ze. zu verdanken.
Wir ſchließen dieſe hiſtoriſche Einleitung mit einem kurzen
Bericht über das jetzige Theater⸗Gebäude.
Am 23ten Mai 1821 wurde das neue Theater nach
einem Prolog und der Kroͤnung von Monère's Bruſtbild, mit
der Fausse Magie von Grèétry eroͤffnet.
Dieſe Eroͤffnung zog die Verwendung des kleinen Theaters
der ehemaligen Tucher⸗Zunft zu einem andern Gebrauch nach
ſich, anfaͤnglich zu einer Synagoge, jetzo zu einem Moͤbel⸗
Magazin, und iſt mithin fuͤr theatraliſche Darſtellungen ver⸗
loren.
Das neue Theater wurde in der Gegend, eine Strecke
ruͤckwärts wo das alte ſtund, erbaut, am Ausgang des Spa⸗
ziergangs des Broglio. Es koſtete 2,147,612 Fr. und iſt
von dem Stadt⸗Baumeiſter Villot, einem Schuͤler Durands
ganz in Stein erbaut. Die vordere Außenſeite iſt einfach
und edel, die Eingänge begquem, beſonders merkwuͤrdig
ſind die breiten mit nichts unterſtuͤtzten Stiegen; die Breite
der innern Gänge übertrift die aller Pariſer Theater. Auf
dem Fußgeſtell oben auf dem Fronton, ſenkrecht mit den ſechs
äußern joniſchen Säulen, ſtehen ebenſo viel Muſen, von
ſieben Schuhe Hoͤhe, eine der letzteren Arbeiten Ohmachts.
Die innere Eintheilung des Hauſes iſt bequem, es ent—
hält in ihrer ganzen Hoͤhe, vier Stockwerke, jede Loge iſt
durch eine Säule mit vergoldeten Kapitaͤlern und Fußge⸗
ſtellen unterſchieden.
Die Scene iſt zu allen moͤglichen Umwandlungen ein⸗
gerichtet, und das ganze Haus im Winter, durch Dampf—⸗
Kanaͤle heizbar. In akuſtiſcher Hinſicht lͤgen es wenig zu
wuͤnſchen übrig.
Aeußerlich hat das Gebaͤnde eine Länge von 62 (Metres,
60 Centimetres und eine Breite von 29 Metres 60 Centi⸗
metres. .
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