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1659, nach italiäniſcher Art, das erſte Singſpiel α Pastorale,
componirt von dem Organiſten Cambert, Text von Abbe Perrin,
vor dem franzöſiſchen Hofe aufgeführt; erſt 1671 hatte zu
Paris die erſte öffentliche Opern⸗Vorſtellung (Pomone) ſtatt.
Die in Straßburg zuerſt erſchienenen eigentlichen Operiſten
waren, Deutſche, im Jahr 1701. Nach ihnen kamen italiä⸗
niſche dann franzöſiſche Saͤnger, nebſt Ballet, welche in
dem neuen Opern⸗Haus auftraten. 1750 erregte eine der
erſten eigenthümlichen franzoͤſiſchen Opern, le Decin du village
von Rouſſeau großes Aufſehen.
Zur Würdigung des Theaters und Orcheſter⸗Perſonals
jener Zeit, ſetzen wir hier die Beſtandtheile der Geſellſchaft
her, als die Stadt 1751 die Theater⸗Verwaltung, jedoch
ohne Oper, übernommen hatte:
Orcheſter: 4 Violinen, 2 Hoboen, 2 Violonzelle,
1 Fagott.
Schauſpiel: 8 Männer, nemlich: te, 2te, 3te Rolle,
iter und 2ter Koͤnig, u1ter und 2ter Komiker, ein
Harlequin.
7 Weiber: ite und 2te Rolle, eine Vertraute, „ auch
Mütter ſpielend, eine Königin, 1te und 2te Sou⸗
brette, eine Dame fuͤr Charakter-Rollen.
Ballet: iter und uaꝛter Tänzer; 1te und 2te Tänzerin.
Ferner 1 Souffleur, 1 Machiniſt und 1 Ballet-Re⸗
petitor.
Was die damalige Oper betrifft, ſo iſt bekannt welch kleines
Sing⸗ und Orcheſter⸗Perſonal ſie erforderte; davon zeugen
die Partituren der aufgefuͤhrten Werke, wie die Serra pa-
drona von Pergoleſe, les Trogueurs des Ant. Auvergne (1753)
Gretry's erſte Oper (1769) 4 Haron und ſeine vierzig uͤbrigen;
die Opern von Monſiguy und Philidor, auch die von
Gluck, welcher 1774 ſeine Iphigenie in Aulis erſcheinen
ließ. Um jene Zeit erhielt die franzoͤſiche Oper mehr Aus⸗
dehnung; in den achtziger Jahren ſang auf der Straßburger
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