http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/lobstein1840/0150
140
Buͤhne die beruͤhmte Sängerin St. Huberti, welche von
1785 — 1790 an der großen Oper in Paris angeſtellt war.
Die deutſchen Geſellſchaften gaben auf ihrer Seite, die
gangbaren, ihrer Nation eigenthuͤmlichen Opern und Ope⸗
retten/ die Werke von Benda (1774), von Hiller, von
Dittersdorf, von Fraͤnzl (ſeine Operetten die Luft⸗
haͤlle, 1738), von Wenzel⸗Müller, Naumann, Mozart,
Winter u. ſ. w.
Indeſſen blieben der Buͤhne zu Straßburg mit dem Fort⸗
ſchreiten der Zeit, wenig franzoͤſiſche und deutſche Opern
ſowohl in der Urſprache als in der Ueberſetzung, namentlich
anch italiäniſche fremd. Nach demſelben Maasſtab dehnte ſich
auch das Orcheſter aus, welches 1789 in 8 Violinen, 2
Violen, 2 Violonzellen, 2 Contrabäſſen, 2 Flöten, Hoboen,
Fagotten, Hoͤrner, Trompeten und Pauken beſtund, wozu
erſt ſpaͤter Klarinetten kamen.
Nicht immer fanden die Direktionen, am wenigſten die
franzoͤft ſchen, ihre Rechnung; da nun dieſer letzten ein voͤlli⸗
ger Untergang drohte, als im Jahr 1800 das Theater
ein Raub der Flammen wurde, ſo ſah ſich die Stadt ge—
nöthigt, die Miethe des Theaters zu St. Stephan zu
übernehmen, woraus die ſtaͤdtiſche Subvention entſtanden,
welche nach und nach von 6000 Fr. dann 1825 und 1826
auf 9600 Fr. und heut zu Tag bis auf 30,000 Fr. jährlich
geſtiegen iſt. Dieſe Subvention vermehrte ſich, verhaͤltniß⸗
mäßig mit der verminderten Theilnahme des Publikums an
den Vorſtellungen.
Dieſe verminderte Theilnahme von Seiten der eingebor—
nen Straßburger „welche, ſo lange Opern, gehaltvolle
Dramen, und Schauſpiele gegeben wurden, das Theater
fleißig unterſtützten, trat von der Stunde an ein, als die
franzoͤſiſchen Zwittergattungen von Melodramen und Vaude⸗
villes auf der hieſigen Bühne erſchienen. Bekanntlich ſind
dieſe Gattungen, zu Paris in beſondere Theater relegirt
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/lobstein1840/0150