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wo ſie auch nur ihr beſonderes Publikum haben, die erſten
Vaudevilles kamen daſelbſt gegen 1790 auf, und 1791 wurde
ein eigenes Theater fuͤr ſie eröffnet. Die gräßlichen melo—
dramatiſchen Darſtellungen, ſo wie die gehaltloſen, fuͤr die
hieſige Lokalität unpaſſenden, oft unverſtaͤndlichen, pariſer
Tagsbegebenheiten oder Sitten ſchildernden, öfters höchſt
indezenten Stücke, haben ſeit ihrer Einführung auf der
hieſigen Buͤhne, diejenigen Familien, welche ſonſt das Theater
unausgeſetzt beſuchten, ganz davon entfernt, ſo daß ſich der
Beſuch dieſer letztern nur zu Zeiten noch, auf ausgewählte
Stuͤcke beſchraͤnkt.
Der nicht zu rechtfertigende Gedanke, in einer Provinz⸗
ſtadt wie Straßburg, durch ein und dieſelbe, obgleich ge—
miſchte Geſellſchaft, alle Gattungen theatraliſcher Darſtel⸗
lungen, Opern, Schauſpiele, Dramen, Melodramen, Vau⸗
devilles und Ballete zu geben, hat ſchon gar manche Direktion
zu Grunde gerichtet. So lange ein ſolches Unternehmen, bei
den Anforderungen der heutigen Zeit, nicht von Obrigkeits
wegen auf gewiſſe Gattungen eingeſchraͤnkt wird, werden ſi ch
die Darſtellungen nie uͤber das mittelmaͤßige erheben, mit⸗
hin ſich der allgemeinen Theilnahme nie zu erfreuen haben.
Dieſe Einſchraͤnkung koͤnnte nicht anders als heilſam, ſowohl
auf die Befoͤrderung der Kunſt und der guten Sitten, als
auf die Nothwendigkeit das Theater zu ſubventioniren
wirken.
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