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im Sommersemester noch fünf weitere Stunden hinzugefügt). Die Mittheilung
dieser Erklärung an die Grossherzogl. Regierung “) wurde mit grossem Wohl-
gefallen aufgenommen, und man war nun höchsten Ortes darauf bedacht,
He einen Beweis zu geben von der Anerkennung seiner Verdienste, und
dieser Bereitwilligkeit zur Fortführung des Lehramtes.
Die Gelegenheit dazu bot sich in Bälde dar, als in demselben Jahre das
Metropolitancapitel des neu errichteten Erzbisthums Freiburg zu Constituiren
war. Hos wurde von Sr. Königl. Hoheit dem in Gott ruhenden Durchlauch-
tigsten Grossherzog LUDWIG im Einverständnisse mit dem hochwürdigsten
ersten Erzbischof BnRNHARD gnäkhdigst zum Capitular designirt, und es erhielt
die sofort erfolgende Erzbischöfliche Ernennung, durch Urkunde vom 20. Au-
gust 1827, unterm 17. Oktober j. J. die allerhöchste Bestätigung. Hatte er
nun so eben den Kreis der amtlichen Geschäfte enger gezogen, so wurde
derselbe jetzt wieder durch den neuen Beruf, namentlich für die ersten
Jahre, über seine frühere Ausdehnung erweitert. Aber der Verewigte trat
gleichsam nochmals in das blühende, vollkräftige Mannesalter zurück, um die
Pflichten eines Doppelamtes noch durch neunzehn Jahre zu erfüllen. Und
nicht genug, dass er sich neben seiner fortgesetzten akademischen Wirksam-
keit im neuen Berufe den ordentlichen Dienstleistungen in ihrem ganzen
Umfange unterzog, — er gründete auch, um zur Belebung und Erhaltung
des wissenschaftlichen Geistes unter dem Clerus des Erzbisthums Freiburg
beizutragen, eine Diöcesan-Zeitschrift 2), die er zum grossen Theile selbst
bearbeitete, so wie er auch noch an der späterhin von der theologischen
Fakultät herausgegebenen „Zeitschrift für Theologie ²⁹)“ einen sehr thätigen
Antheil nahm. L
Ich darf es nicht übergehen, dass er alsbald nach dem Antritte der
Capitularstelle auch seine Uneigennützigkeit und die Liebe zu unserer Hoch-
1) Unterm 23. Mai 1827.
2) Unter dem Titel: „Zeitschrift für die Geistlichkeit des Erzbisthums Freiburg.“
Sieben Hefte von 1828 — 1834. Freiburg bei Herder 1. — 3. Hft., und bei
Wagner 4. — 7. Hft.
3) Seit 1839 in Quartalheften. Verlag bei Wagner in Freiburg.
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