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Die Markgrafschaft

15

Muetter het e grüsli guet Ghör gha, un scho het
si au der Joggeli verwütscht, trotz sinere Vorsicht
. „Oha Bürschli", het si gsait, „wo ane?"
„E bizzeli zue de andere", het der Joggeli brutt-
let. „Noher chasch wege mir go, aber zerscht
gisch im Chleine der Schoppe; 's stoht im Hof",
het d'Muetter befohle. Der Joggeli isch suscht e
brave Bueb gsi, un er het au gfolgt, wenn en
d'Muetter öbbis gheiße het, aber das Mol isch's
schier gar z'arg gsi. Sini Kamerade sin doch
vorem Hus gstande un hän gwartet uf en, un
wenn 's Schweschterli nit vor Hunger brüelt het,
no het's em mitem Drinke nit pressiert, un 's het
zerscht e Zitlang am Lulli umme gsuggelet. Un
er het lose chönne, wiener het welle, 's het nit
brüelt!

Er het der Schoppe gno, isch in Hof abe ans
Wägeli, un wenn dort mim Brueder sini stille
Wünsch in Erfüllig gange were — so het mer's
d'Schriner-Großmuetter verzellt, no wer i an
sellem Dag no in Himmel cho.

Sie isch nämlich im Hüehnerhof gstande, am
Hag, aber der Joggeli het's in sim Zorn gar nit
gmerkt. Er het alles probiert, was em igfalle
isch, um mi zuem schnelle Drinke z'bewege, aber
i ha's halt nit begriffe. Zerscht heig i en mit
große Auge bschaut, wie wenn i en no nie gseh
hätt. Demo heb i e Gsicht gmacht, wie wenn i
lose möcht, wie d'Vögeli probt hän ufs Sunntig-
konzert, un zwüschenine heb i probiert, öb is
au so cha.

Der Joggeli isch schint's dort no nit musikalisch
gsi, denn 's het em absolut nit imponiert,
wieni mi agstrengt ha. Er het halt d'Kamerade
ghört pfiffe, un selli Tön hän em besser gfalle.
I ha's dort no nit besser verstände, aber der
Joggeli het's!

's isch nit lang gange, isch er d'Stege ufe
gsaust, het die leeri Schoppefläsche uf der
Chuchitisch gstellt, un bevor en d'Muetter öbbis

het froge chönne, isch er scho bi sine Kamerade
uf der Stroß glandet.

Woni mi Joggeli nümme gseh ha, isch's mer
wahrschinlich langwilig worde, viellicht bini au
beleidigt gsi, wil niemeds meh glost het, wienis
ha welle de Vögeli nomache. Uf eimol het halt
d'Muetter ghört, wieni brüelt ha. Si het denkt,
i heig Buchweh, isch abe cho, het mi uf e Arm
gno un het mer 's Büchli gchlopft. Nüt het's
battet, brüelt hani! Druf het si mi wieder ins
Wägeli gleit, isch gone Fencheltee choche, het
mer en ge, un i bi z'friede gsi. Aber nit lang,
un i ha wieder brüelt wie am Spieß, un ha
nümme ufghört. Do sieht d'Muetter d'Nochbere
im Garte. „Schrinere!", het si gruefe, „loset
numme, wie unser Maideli brüelt. Wenn i au
wüßti, was-em fehlt!" D' Nochbere isch e lustigi
Frau gsi, un si het selber fünf Chinder gha. Sie
het gschmunzlet un gsait: „Der Schoppe fehlt em,
der Schoppe!" Unser Müetterli het sich aber
gwehrt. „Nei Nochbere, der Joggeli het em-e
geh, 's isch no kei halbi Stund her!" D' Nochbere
het witer glächlet. „Jo", het si gschmunzlet,
„solle!" Wo si aber gmerkt het, daß d'Muetter
mit dene zwei Wörtli nüt a-zfange weiß, het si
verzellt, was si gseh het.

„Der Joggeli isch am Wägeli gstande un het
sich die größti Müeh ge, der Schoppe siner Bestimmig
zuezfüehre, aber je länger 's duurt het,
desto röter isch si Chopf worde. Uber eimol het
er gsait: ,Wenn de nit witt, hesch gha!', isch im
Holzschopf verschwunde, het der Zapfe ab em
Schoppe gmacht, het d' Fläsche ans Mul gno, un
mit e paar Züg isch si leer gsi. So, het d'Schrinere
gsait, un jetz wüssener, was im Maideli fehlt!"

Jetz isch's Müetterli aber froh gsi, daß es
gwüßt het, worum i so grüselig brüelt ha, un
's het mim Elend miteme frische Schöpplx ab-
ghulfe. Im Joggeli aber het unser Vatter mit sim
„Machtwort", wo er em uf der Hosebode
gschriebe het, ei-für-allimol der Apettit uf mini
Schoppe verdorbe!

Anekdoten um den Wein

Hereingefallen

Friedrich der Große liebte es zuweilen, die
Professoren seiner Akademie der Wissenschaften
zu necken. Er stellte ihnen geistreiche verzwickte
Fragen, die nicht ohne weiteres beantwortet
werden konnten oder die nach seiner Meinung
die Gelehrten in Verlegenheit bringen mußten.
Nicht immer gelang ihm dies. Mitunter war auch
er der Hereingefallene, wie im folgenden Falle:
Der König schickte an die Akademie einen Brief,
der nur die Frage enthielt: „Warum gibt ein
mit Champagner gefülltes Glas einen reineren
Klang, als ein mit Burgunder gefülltes?" —
Darauf antwortete Professor Sulzer im Namen
aller Mitglieder der Akademie: „Die Mitglieder
der Akademie sind bei ihren geringen Besoldungen
außer Stande, so kostspielige Versuche anzustellen
!"

Im Wein liegt Wahrheit

Ein weingrüner Kenner saß bei einer feinen
Flasche, die freilich mit zu viel Willen herausgeputzt
war. Das Etikett auf der Flasche trug
Kronen, Wappen, Trauben und Römer und dergleichen
mehr. Dazu noch das alte: „In vino
veritas". Da reizte es den Weinfreund, der die
Mädchen einmal gerne neckte, die niedliche Bedienung
zu fragen, was denn das lateinische
Wort wohl bedeutet.

Einen Augenblick war die Unschuld von der
Stadt ein bischen verlegen. „In finoh fehritas.. "
las sie nachdenklich. Aber dann blieb^ sie die
Auskunft doch nicht schuldig: „He, des soll heiße,
daß der Wii liicht zuckeret isch!"

Wein und Essig
Der große Philosoph Immanuel Kant wurde
einmal über einen mittelmäßigen Schriftsteller


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