Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/markgrafschaft-1960-06/0007
nen junger Arbeitskräfte notwendig machte. In
den Jahren 1948/49 verdrängte die Kuckucksuhr
die althergebrachte bemalte Schwarzwalduhr
vollends. Heute jedoch, wo viele der gewollt
hypermodernen Bauformen, Möbel- und Einrichtungsgegenständen
überdrüssig geworden sind,
ist auch der Bedarf an der farbenfrohen Schwarzwalduhr
alten Stils wieder gestiegen.

Jahrzehntelange Erfahrungen bildeten die
Grundlage, als Straub wieder damit begann,
Uhrenschilder zu fertigen. Vor allem kamen ihm
seine Kenntnisse, in der Farbenherstellung und
in der Maltechnik zugute. Mit steinernem Reiber
werden die Grundstoffe auf einer Marmorplatte
gerieben, — je feiner desto besser die Qualität
der Farbtöne. Selbst gebrannt werden die Farben
rot und schwarz. Wie vor mehr als hundert
Jahren erhalten die Schilder ihre Grundierung
von Hand, werden sodann mit Bimsstein geschliffen
und sogar zum Teil mit dem Handballen
poliert. Die fertigen Uhrschilder, — 30 Stück in
einem Satz bilden ungefähr eine Tagesleistung —,
bekommt eine der Uhrenfabriken Furtwangens,
wo sie an das Gehäuse montiert werden. Über
Detaillisten, Großhändler und Exporteure werden
die fertigen Uhren ihrem Verbraucherkreis
zugeführt.

In Fortsetzung alter Tradition der Uhren-
schildermalerei entwickelte sich in der Schwarzwaldmetropole
Freiburg der Handwerksbetrieb
Emil Ebner. Außer handgemalten Bauernmöbeln,
Spanholzschachteln, Fasnetmasken und Hinterglasbildern
werden auch hier in erster Linie
buntleuchtende Uhrenschilder gefertigt. Seit 1922
selbständig, wurden bereits vor dem Kriege für
eine bekannte Firma in München (Wallach am
Münchner Rathaus) Aufträge an Schwarzwald-

Bürgermeister Straub beim Bemalen einer Schwarzwälder Uhr mit türkischem Zifferblatt

Der Zahlenkranz wird aufgenagelt

uhren und bäuerlichen Stilmöbeln ausgeführt.
Diese Verbindung hat sich bis heute erhalten
und brachte den Ebners schon manchen Exportauftrag
nach USA ein, da die Inhaber später
ausgewandert sind.

In verschiedenen Werkräumen gehen die einzelnen
Arbeitsgänge vor sich. In der Tischlerei
werden die Uhrenschilder ausgesägt, ebenso die
Zahlenkranzträger, welche später aufgenagelt
werden. In den anderen Räumen wird geschliffen
, grundiert, entworfen und bemalt. Das Uhrschild
im Rohzustand
erhält, nachdem es mit
einem Kreideuntergrund
versehen wurde, dreimaligen
Handschliff. Im
Gegensatz zum Schildermaler
Straub in Linach
werden die Zahlenkränze
nicht gezeichnet
, sondern nach einem
besonderen Verfahren
im Handdruck hergestellt
.

Die Bemalung erfolgt
nach Wunsch der Kunden
und Auftraggeber.
Verschiedene Maltechniken
wurden entwik-
kelt und die einzelnen
Modelle weisen eine
Vielseitigkeit ungeahnten
Ausmaßes auf. Es
sind fast ausschließlich
selbstentworfene Muster
. Alte Modelle aus
Sammlungen und Museen
gaben dazu genug
Anregungen. Neben
der Lackmalerei her-

5


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/markgrafschaft-1960-06/0007