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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/markgrafschaft-1967-01/0010
rechte sowie derjenigen der Kantone Basel-Stadt
und Schaffhausen, überläßt dem Großherzogtum
Baden den Bau der Eisenbahn durch den Kanton
Basel-Stadt und Schaffhausen in der Weise, daß
dieselbe in ihrer Gesamtheit zwischen Mannheim
und dem Bodensee als eine einzige ununterbrochene
Hauptbahn fortgeführt werde.

Art. 3. Über die Zugsrichtung, die Lage der
Bahnhöfe, über die gesamte Anlage und Beschaffenheit
der Bahn, soweit dabei Schweizer Gebiet
berührt wird, sowie über die etwaigen Leistungen
den Kantone Basel-Stadt und Schaffhausen
wird sich die großherzogliche badische Regierung
mit den dabei beteiligten Kantonsregierungen
von Basel-Stadt und Schaffhausen, vorbehaltlich
der Genehmigung durch den Bundesrat, verständigen
".

In einer zusätzlichen Übereinkunft vom 19.
Februait 1853 gibt der Kanton Basel-Stadt zum
Bau des Badischen Bahnhofs 1 Million Franken
als Darlehen. Die Basler waren sehr an diesem
Projekt interessiert gewesen, sonst hätten sie
diesen hohen Betrag nicht als Darlehen gegeben.
Nach dem Plan einer in Zürich gegründeten
Nordbahngesellschaft sollte Basel einfach umgangen
werden. Ein Bahnhof sollte im Raum
Grenzacherhorn gebaut werden. Dies wollten die
Basler selbstverständlich nicht zulassen, so daß
sie das Projekt des „Badischen Bahnhofs in Basel"
unterstützten. Der „Hauptbahnhof Basel" — wie
der Badische Bahnhof offiziell genannt wurde —
konnte am 20. Februar 1855'dem Verkehr übergeben
werden. Das „Millionengrab im Ausland"
nannte man ihn damals. Jedoch war dieses Millionengrab
notwendig, um den Verkehr zwischen
Freiburg—Waldshut aufrecht zu erhalten. Ein
Teilstück der Strecke (von etwa 5 km) lag auf
schweizerischem Gebiet. Dazwischen wurde der
Badische Bahnhof als schmaler Schlauch angelegt,
der bald zu klein sein sollte. 1867/68 wurde der
Bahnhof durch Restaurations- und Warteräume
erweitert. 1873 kam der neue Rangier- und
Werkstättenbahnhof hinzu.

Einen ungeahnten Aufschwung nahm der
Badische Bahnhof 1873 durch den Bau der Basler
Verbindungsbahn und die Eröffnung der
Gotthardbahn im Jahre 1882. Ebenfalls war die
Strecke Mannheim—Basel stark frequentiert. Da
zwei Straßenüberführungen beim Badischen
Bahnhof den Bahnverkehr stark behinderten,
entschloß man sich zu einer Verschiebung des
Bahnhofs um 700 Meter östlich von der alten
Stelle. Am 24. März 1900 wurde der Vertrag
über die Verschiebung und den Neubau des
Badischen Bahnhofs unterzeichnet. Das Gelände
und die Gebäude des alten Bad. Bahnhofs kaufte
der Kanton Basel-Stadt für 4 Mill. Franken. Die
Gebäude baute man später zur Schweizerischen
Mustermesse um. Seit 1924 ist vom alten Badischen
Bahnhof nichts mehr zu sehen, damals
wurde als letztes Relikt ein altes Türmchen abgerissen
. Hatte der alte Bahnhof 68 Hektar, so
umfaßte der neue Badische Bahnhof 98 Hektar
auf schweizerischem Gebiet und 137 Hektar auf
deutschem Hoheitsgebiet. Als Kuriosum lief auch
noch die Grenze quer über die Geleise. Während
der neue Güterbahnhof schon 1905 dem Verkehr
übergeben werden konnte, mußte man mit der
Vollendung des Personenbahnhofes bis zum 13.
September 1913 warten. Der Schweizer Architekt
Prof. Karl Moser war der Erbauer des Badischen
Bahnhofs. In Basel schuf er auch die Paulus- und
die Antoniuskirche. Als größter Bahnhof der
Schweiz hatte der Badische Bahnhof 53 Millionen
Mark oder 63 Mill. sfr. gekostet.

Nach einer dreiviertel]ährigen Betriebsdauer
wurde 1914 bei Kriegsausbruch der Badische
Bahnhof geschlossen und vom schweizerischen
Militär besetzt. Die Wiedereröffnung war erst
am 14. September 1919. Der Rangierbahnhof
wurde auf eine Länge von 4 km bis nach Haltingen
ausgebaut. Über 3000 Wagen können ihn
passieren, doch ist diese Zahl schon oft über^-
schritten worden, so daß man an einen weiteren
Ausbau des Rangierbahnhofs in Weil am Rhein
in den nächsten Jahren denken muß.

Max Rieple, Donaueschingen:

6in f)ot?enttJälbec Original

Als das „Heidewiebli von Rickenbach" ist die
schlagfertige Bäuerin Magdalene Schmid weithin
bekannt geworden. Eine lange Tabakspfeife
schmauchend, angetan mit Männerhosen und
Rohrstiefeln, sah man sie oft im Heidenwuhr
fischen. Diesem uralten, künstlich angelegten
Wasserlauf zwischen Rickenbach und Eggberg
verdankte die Alte den Spitznamen „Heidewiebli
". Sie mag keine glückliche Ehe geführt
haben, sonst hätte sie nicht das Wort geprägt:
„En Ehstand isch en Backofe, wo mit Prügelholz
fgfüüret (eingeheizt) würd!"

Eine ganze Anzahl solcher origineller Aussprüche
kennt man noch heute. So sagte die Alte,
die man wegen ihres Witzes gerne auch bei festlichen
Anlässen sah, bei einer Hochzeit: „I cha
schö giige (geigen) und du (tu) guet tanze, i bin

en halbe Narr und du bisch en ganze!" Einem
stumpenrauchenden Notar, der sie wegen ihrer
langen Pfeife hänselte, schleuderte sie ins Gesicht
: ,,D' Herre und <T Lumpe raukche Stumpe,
i raukch mi Pfiefe!" Als der bartlose Notar daraufhin
seinem Begleiter bedeutete: „Die hat aber
Haare auf den Zähnen!", gab das Heidewiebli
schlagfertig zurück: „Da fehlt eu Lätschi unter
der Nase!" Als Kind wollte die schrullige Alte
von der Schule „nüt wisse". Oft sagte sie:
„Schriebe und lese chan i nit, aber lüge wie
druckcht!" Als im Jahre 1862 der Großherzog von
Baden dem Hotzenwald einen Besuch abstattete,
war beim Empfang auch das Heidewiebli in
Tracht, mit Pfeife, Angelrute und Fischerlogel
zugegen. Der Amtmann* meinte, es gezieme sich
nicht vor dem hohen Herrn Pfeife zu rauchen.

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