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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/markgrafschaft-1967-07/0010
In westlicher Richtung liegt vor „Rufachs
Toren" (die verschwunden sind) die Psychiatrische
Klinik des Oberelsaß, eine große Gemeinde
für sich. 1908 wurde sie ganz in der modernen
Auffassung der Anlage einer derartigen Heilanstalt
errichtet.

Von Rufach aus lassen sich angenehme Ausflüge
in die Zone der Vogesen-Vorhügel unternehmen
, in welcher der Rotsandstein vorherrscht.

Konstantin Schäfer:

(Fortsetzung.)

Am 27 März 1811 legte er folgendes Kodizill
seinem Testament bei:

„Da die in meinem hiemit nochmals bestätigten
Testament bemerkte Universalerben in der
Descendeniz zweyier) verstorbenen Schwestern
meiner sei. Mutter bestehen, wovon die älteste
eine geb. Elisabetha Roth verehelichte Kern war,
von welcher der in Carlsruhe sich befindliche
Großherz. bad. Herr Geh. Rath und Leibarzt
Schrikel die einzige Tochter in erster Ehe hatte;
— Von der zweyten Schwester Catharina Roth
einer verehel. Braun aber ihre Descendenz sich
in Holland und selbst einer davon zu Rio Bar-
bice in Africa als Plantage-Besitzer aufhält. —
So ist es mein Wille, daß vordersamst alle von
mir bestimmte Legate ausgehändigt werden und
durch die sich verzögernde Rücksprache mit
denen Universal-Erben keine Hindernisse entstehen
sollen.

Diesem Kodicill war ein Zettel angeheftet, der
über die verwandtschaftlichen Zusammenhänge
der Universalerben Aufschluß gibt:

Chirurgus Körner in Amsterdam hat eine
Tochter von meiner Mutter Bruder zur Frau.

Elisabetha Braun, Schwester meiner Mutter
lebte bei ihren Kindern in Amsterdam (verst.)

Kinder:

1. Carolina Braun, verehelichte van Hoorst
in Amsterdam

2. Christina Braun, verehelichte H. W. Eichhorn
ney Bergopzoom zu Wow.

3. Carl Heinrich Braun zu Midelburg in Zee-
land

4. Philipp Braun zu Berbice in West-Indien

Enkel:
Himmelhahn

Gottl. Schlotterbeck Dr. Medic. in Amsterdam.

Herr Geh. Rath Schrikel in Carlsruhe hatte eine
Tochter meiner Mutter Schwester zur Ehe.

Um diesen Karlsruher Hofmedikus Dr. Joh.
Schrickel wob sich ein geheimnisvoller Schein. Er
war der Leibarzt des Markgrafen Karl Friedrich

Ausflüge nach dem Schauenberg, der einst als
Wallfahrt von den Ruf acher Barfüßern betreut
wurde, nach dem seltsamen Kalkhügel des Bollenberges
, nach den Drei Exen, den Egisheimer
Burgen, oder ins abwechslungsreiche Sulzmatter-
tal. Immer wieder geht auf diesen Wanderungen
der Blick auf das Städtlein unter uns und auf
sein Wahrzeichen, das Münster mit den drei verschiedenartigen
Türmen.

und als solcher ein angesehener Mann der Gesellschaft
. Was ihm aber seinen besonderen Ruf
eintrug, war sein Angeben, Silber in Gold verwandeln
zu können. Er selbst und sein Fürst
glaubten fest an die Möglichkeit und die Wirksamkeit
seiner erdachten Methode. Er brachte
Silber und Vitriolöl zusammen und setzte beides
der Sonnenwärme aus. So war es verständlich,
daß er gerade die südlichen Länder mit ihrem
stärkeren % Sonnenschein besonders für seine
Experimente für geeignet hielt. Er hatte darum
die Absicht, sein Verfahren an die Ostindischen
Kompanien zu verkaufen. In den „Denkwürdigkeiten
des Markgrafen Wilhelm von Baden, der
ein Sohn des regierenden Markgrafen und der
Reichsgräfin Karoline v. Hochberg war, lesen
wir über diese Episode: „Um aber vorerst noch
größere Gewißheit über seine Erfindung zu erhalten
, bestimmte er meinen Vater, ihm für
10 000 fl Silberbarren zu verabfolgen, welche er
in Gold umzuwandeln versprach, und schloß
zuletzt mit ihm einen Vertrag ab, nach welchem
er ihm um 60 000 fl das Geheimnis verrate. Leider
gelang aber der angestellte Versuch nicht;
Schrickel schob die Schuld auf das schlechte
Vitriolöl und bewog meine Mutter, in Rothenfels
einen Vitriolofen zu Trauen, der viel Geld
kostete und kein Resultat lieferte, wie so vieles,
was dort unternommen wurde. Der Stein der
Weisen löste sich in Rauch auf, und die von meinem
Vater vorgeschossenen Gulden gingen durch
den Kamin." Da Dr. Schrickel seinem ganzen
Wesen nach dem Okkultismus nahe stand und
seine ganze Umgebung einschließlich des Karlsruher
Hofes damit infizierte, ist es gut möglich,
daß sein Einfluß sich auch auf Karl v. Rosenfels
ausgewirkt und dessen Veranlagung noch verstärkt
hatte.

Im Mai und Juni legte v. Rosenfels seinem
Testament noch weitere Kodizills an:

1. Ich bitte annoch Seine Excellenz den Herrn.
Staatsminister Baron v. Hacke eine auf dem Neu-
Markt bey dem Uhrmacher Lichtenstern befindliche
in Regensburg verfertigte Stock-Uhr als
ein Andenken von mir gefällig anzunehmen, —
dann meinem Schwiegervater Herrn Nadler
meine vorräthigen Weine, — Herrn Fürstabt zu
St. Paul und an D'lle Reinhard in Carlsruhe
jederseits eine Dose mit dem Portrait meiner seel.

Ctacl Seemen: von Kofenfele

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