Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: IX
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0009
— IX —

erhebt. Ohne Zweifel hatte dieſer fruͤheſte Aufenthalt auf die
Bildung ſeines Charakters den groͤßten Einfluß. Hier ent—
wickelte ſich ſeine Liebe zur Natur und jene Fuͤlle der Gemuͤth⸗
lichkeit, welche ihn ſein ganzes Leben auszeichnete. Auch die
erſten Anregungen zur Poeſie, die ihn ſpaͤter oft beſchaͤftigte,
moͤgen in dieſe Zeit fallen. Der Winter beſchraͤnkte ihn auf
das vaͤterliche Haͤuschen und den Stickrahmen, welcher da—
mals in dieſen Thaͤlern von Hand zu Hand ging, und bei—
nahe den einzigen Erwerbszweig ausmachte. Auch dieſe Be—
ſchaͤftigung war nicht ganz ohne Einfluß auf ſeine Bildung.
Er hoͤrte dabei wenigſtens die alten Maͤhrchen und Lieder,
welche ſich von Mund zu Mund fortpflanzen, und die langen
Winterabende verkuͤrzen. So wurde auch ſein Sinn fuͤr die
vaterlaͤndiſche Vorzeit und ihre Geſchichte geweckt, und be—
hauptete ſtets die hier aufgenommene Richtung.
Groß war der Schmerz des tief fuͤhlenden Knaben, als
er ſchon ſehr fruͤhe (1782) ſeine liebevolle Mutter verlor,
und ſich ſein Vater (1783) zum drittenmal verehlichte. Nun
war kein Bleiben mehr fuͤr ihn; nicht weniger trieb ihn jetzt
die Haͤrte ſeiner Stiefmutter, als ſein eigner Hang etwas
Beſſeres zu lernen und zu treiben, in die Fremde. In ſeinem
zwoͤlften Jahre (1785) ging er ohne alle Unterſtuͤtzung auf
gutes Gluͤck nach Bonndorf, um dort in dem damaligen
Pauliner⸗Kloſter die Anfangsgruͤnde der lateiniſchen Sprache
ſich anzueignen. Anfaͤnglich wurde der verlaſſene und unge—
bildete Knabe, dem es auch an den Vorkenntniſſen in der
Mutterſprache fehlte, ganz uͤberſehen. Zugleich mit Mangel
und Zuruͤckſetzung kaͤmpfend, fieng er an, ſein Loos auf das
Schmerzlichſte zu empfinden. Oft verbarg er ſich in dem
Kloſtergarten, und weinte uͤber ſeine troſtloſe Lage. Da nahm
ſich endlich ein menſchenfreundlicher Gaͤrtner des Huͤlfloſen
an, und unterſtuͤtzte ihn ſo gut er es vermochte. Nie ver⸗


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