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zunaͤchſt den Amtsbruͤdern und unter Einem auch dem ge⸗
ſammten Publicum vorzulegen.
Meyer wollte nicht zuruͤckbleiben, und hatte bereits Auf—
ſaͤtze fuͤr dieſe Zeitſchrift unter der Feder. Zudem erwarb
ihm ſowohl ſein Fleiß und ſeine Sittenreinheit, als ſein aus⸗
gezeichneter Lehrvortrag allgemeine Achtung und eine unbe⸗
dingte Anhaͤnglichkeit ſeiner Zoͤglinge. Er knuͤpfte mit in—
laͤndiſchen und auswaͤrtigen Gelehrten Bekanntſchaften und
Briefwechſel an. Da erſchien er ſeinen Obern gefaͤhrlich, und
unerwartet verhaͤngten dieſe den haͤrteſten Schlag uͤber ihn,
der unter dieſen Umſtaͤnden auf ihn fallan konnte. Wie ein
Blitzſtrahl vom heiteren Himmel traf den ſorgloſen jungen
Mann, welcher ſich ganz in dem Gluͤcke verlor, geachtet zu
ſeyn, und einem erwuͤnſchten Berufe zu leben; der ſtrenge
Befehl, Konſtanz ſogleich (1804) zu verlaſſen, und dem
Lehrfache zu entſagen. Als ſein kuͤnftiger Beſtimmungs—
oder vielmehr Verbannungs-Ort war ihm das traurige Todt⸗
moos angewieſen, wo er in der Wallfahrtskirche am Tod⸗
tenbache die Stelle eines Pfarrers und Beichtigers verſehen
ſollte. Jetzt war die Gehaͤſſigkeit und Verfolgung zu weit
getrieben, und da Meyers Vorgeſetzte befuͤrchten mußten,
ihn auf das Aeußerſte zu bringen; lenkten ſie von freien Stuͤ⸗
cken wieder ein, und verſetzten ihn nach Oberried im Breis⸗
gau, wo er zwar auch eine ſehr beſchwerliche Pfarrei hatte,
aber doch in der Naͤhe von Freiburg war. Es vergieng
einige Zeit, bis ſich der Ungluͤckliche von dem uͤber ihn er⸗
gangenen Sturme wieder erholte; die tiefe Erſchuͤtterung,
welche dieſer herbeifuͤhrte, ließ aber in ſeinem ohnehin ſchwaͤch⸗
lichen Koͤrper den Keim einer Kraͤnklichkeit zuruͤck, wovon
er ſich nie wieder befreite. Gleichguͤltig ſah er einige Jahre
ſpaͤter (1806) die Aufloͤſung ſeines Stiftes. Schweres Un⸗
gemach traf nun diejenigen, welche ſich ſo frevelhaft an ihm
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