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bare Arbeit fuͤr einen jeden Geiſtlichen, dem es in ſeiner Ab⸗
geſchiedenheit nur zu leicht an Stoff mangelt, ſeine Zeit
eben ſo angenehm als nuͤtzlich zuzubringen. Meyaher ſteht
in dieſer Beziehung als Muſter da, indem er keine Stelle
beſetzte, ohne ſich ſogleich mit den daſelbſt vorfindlichen Do⸗
cumenten bekannt zu machen, und Alles zuſammenzuſtellen,
deſſen er durch Lectuͤre oder muͤndliche Ueberlieferung habhaft
werden konnte. So ſchrieb er im Jahre 1808 ſeine „Ge⸗
ſchichte des Thales St. Wilhelm bei Oberried, als
Beitrag zur einſtigen Pfarreigeſchichte,“ womit der Cyelus
ſeiner hiſtoriſchen Arbeiten den Anfang nimmt.
Im Jahre 1809 ſchien dem Gedruͤckten wieder einmal
ein heiterer Stern aufzugehen. Die Kantons⸗Regierung zu
St. Gallen erließ naͤmlich den ehrenvollen Ruf an ihn,
die Direction des neubegruͤndeten Gymnaſiums zu uͤbernehmen.
Allein nun machte man es ihm auch von Seite ſeiner Ober⸗
behoͤrden bemerklich, daß man es ungern ſehen wuͤrde, wenn
er das Vaterland verließe, und daß man ihn zu einem beſſern
Poſten befoͤrdern wolle. Meyer blieb und bezog die Pfarrei
Noͤggenſchweil (eigentlich Notgersweil, Notgeri villa)
bei Waldshut. Allein auch hieher verfolgte ihn ſein herbes
Schickſal. Seine Kraͤnklichkeit nahm in dem rauhen Klima
des hohen Schwarzwaldes zu, und ſeine Ausgaben ver⸗
groͤßerten ſich, waͤhrend die verſprochene Beſſerſtellung immer
nicht eintraf. Auch die Berufsgeſchaͤfte wurden durch die
Uebertragung des landesherrlichen Decanats von Waldshut,
und die Direction des Leſezirkels und der Paſtoralconferenzen
in deſſen Umkreiſe ſehr vermehrt. Meyer begnuͤgte ſich nicht da⸗
mit, zweckmaͤßige Werke durch den Buchhandel kommen zu laſſen;
ſondern ſetzte auch Buͤcher aus ſeiner eigenen reichen Samm⸗
lung, welche ohnehin allen ſeinen Freunden offen ſtand, un⸗
entgeldlich im Umlauf. Es wurde ihm aber geringe Anerken⸗
(B
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