Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: XVIII
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0018
— XVEHI —

nung zu Theil, und mit ſeinem Tode gieng der Leſezirkel ein.
Nicht wenig hatte er endlich in ſeiner Gemeinde, beſonders
gegen alte Vorurtheile und Widerſetzlichkeit zu kaͤnpfen; er wußte
aber nach und nach alle Hinderniſſe zu beſiegen, da er mit ſeiner
ausgezeichneten Menſchenkenntniß die groͤßte Beſonnenheit ver⸗
band, welche nur ſelten durch die dem geſchwaͤchten Leibe
eigene Reizbarkeit geſtoͤrt wurde. Meyers hiſtoriſche Arbeiten
zu Noͤggenſchweil bezogen ſich ſowohl auf die Geſchichte die⸗
ſer Pfarrei, als auf die reichen Sammlungen, aus welchen ſpaͤter
ſeine Geſchichte der Grafſchaft Hanenſtein hervorgieng.*)
Nach vier Jahren (1813) wurde er auf eine beſſere
und letzte Stelle, naͤmlich auf die Pfarrei Gurtweil gleich—

*) Ueber Meyers ſeelſorgerliche Verhältniſſe und Wirkſamkeit zu
Nöggenſchweil theilte mir Herr Pfarrer Kleber folgende
Notizen gefälligſt mit. „Meyer war von dem beſſern Theile
des Volks ſtets geliebt und geachtet; Bigotten und junge Leute
waren ihm nicht ganz gut. Erſtere, weil er in der Gottesver⸗
ehrung dem todten Mechanismus der Werkheiligkeit, der paſſi⸗
ven Frömmelei ſtets entgegen arbeitete, und auf eine Anbetung
Gottes in Geiſt und Wahrheit drang; die Andern, weil er
ſtreng auf den Beſuch der chriſtlichen Lehren und der Schule
hielt. Obwohl ſtiefmütterlich von der Natur mit Muſikgehör
verſehen, gab er ſich alle Mühe, deutſche Lieder einzulernen,
um den Kirchengeſang einzuführen und junge Leute zu unter⸗
richten, welche er durch kleine Geſchenke ermunterte. Feind
war er dem geiſttödtenden Roſenkranz, den er allmählig ab⸗
ſchaffte. Da gegen ſeinen Willen die Pfarrangehörigen einmal
bei der Meſſe den Roſenkranz anfiengen, blieb er an den Staf⸗
feln des Altars ſtehen, bis ſie denſelben ausgebetet hatten;
dann erſt begann er die Meſſe. Einem jungen Menſchen, den
er zum Beſuch der chriſtlichen Lehre nicht bringen konnte, ver⸗
ſagte er in der Folge die ehliche Einſegnung, bis er ſich meh⸗
rere Wochen täglich beim Unterricht geſtellt hatte. Dieß fruch⸗
tete. Sonſt war er von ſcharfen Maaßregeln kein Freund,
aber ſtets beharrlich in Verfolgung ſeiner Zwecke. Einigemal


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