Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: XXIII
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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gleich mit ihm aushielten, war er nie anmaßend, und ließ
dieſelben nie ſeine Ueberlegenheit fuͤhlen. Geheimniſſe konnten
in keinem Schooße ſicherer, als in dem ſeinigen niedergelegt
werden. Stets bereit auf ſeiner Hut zu ſeyn, druͤckte er ſich immer
vorſichtig und gewaͤhlt aus. Beleidigende Reden oder Handlun⸗
gen (vermeintliche oder wirkliche) tief empfindend, beherrſchte er
ſich doch ſtets in einem ſolchen Grade, daß er durch ſeine Erwie⸗
derung nie eine Bloͤße gab. Rache uͤbte er an Niemanden.
Sein Verhaͤltniß zu ſeinen zwei Dienſtboten war das
eines Vaters zu ſeinen Kindern; ſie verehrten ihn auch als
ſolchen, und waren bei ſeinem Tode untroͤſtlich. Die Un⸗
ſchuld der Kinder ſprach ihn beſonders an, und er beſchaͤftigte
ſich in und außer der Schule ſehr gerne mit ihnen. Spielen
gewaͤhrte ihm kein Vergnuͤgen, auch des Weines hatte er ſich
in juͤngern Jahren ganz enthalten; man ſah ihn daher auch
nie in Wirthshaͤuſern, auf Maͤrkten, oder in ſogenannten
luſtigen Geſellſchaften. Als Pfarrer zeichnete er ſich in ſeinen
Lehrvortraͤgen durch Deutlichkeit und Gemuͤthlichkeit aus. Er
ſchrieb ſie nicht nieder, ſondern predigte, wie einſt Fenelon,
aus der Fuͤlle ſeines Herzens.
Je mehr aber Meyers geiſtige Kraft ſich entwickelte,
je vielſeitiger ſeine Studien und je gruͤndlicher ſeine Forſchun⸗
gen wurden, je mehr er die Liebe ſeiner Gemeinde durch Er—
fuͤllung aller ſeelſorgerlichen Pflichten gewann; deſto mehr
ſchienen gegenuͤber ſeine koͤrperlichen Kraͤfte abzunehmen, und
ſich wie eine Lampe, welche keine Nahrung erhaͤlt, nach und
nach zu verzehren. Am meiſten nahm dieſes gegen das Fruͤh—
jahr 1821 zu, da der kraͤnkliche Mann ſichtlich ſeinem Grab
entgegenwankte. Nur er ſelbſt ſchien es nicht zu bemerken oder
nicht bemerken zu wollen, bis er endlich wegen uͤberhandneh:nen⸗
der Schwaͤche genoͤthigt wurde, ſein Lager nicht mehr zu verlaſ⸗
ſen. Allein auch hier behauptete er diejenige Faſſung und


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