Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: XXIV
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0024
— XXIV —

Ruhe, welche er waͤhrend ſeines vielfach bewegten Lebens zu
erringen ſich bemuͤht hatte. Den 18. Juni d. J. fuͤhlte er
ſich beſonders ſchwach, und ließ deßhalb auch ſeine Dienſt⸗
leute zu ſich kommen. Er reichte ihnen ſeinen Arm mit der
dringenden Bitte, es ihm zu ſagen, wenn der Puls zu ſchla⸗
gen aufhoͤren, und der kalte Todesſchweiß ſich zeigen wuͤrde.
Ploͤtzlich brachen ſie in lautes Weinen aus; er verſtand es
vollkommen, nickte, wie Abſchied nehmend, mit dem Kopfe,
ſagte mit gebrochener Stimme: „bethet, ich ſterbe!“ und
ſchloß die Augen fuͤr immer. Kein Zug hatte ſich in ſei—
nem Geſichte veraͤndert.
Allgemein war man auf die Eroͤffnung ſeines letzten
Willens begierig, und dieſer iſt auch in der That ein vortreff⸗
licher Abdruck der ſchoͤnen Seele dieſes Mannes. Meyer
will ganz einfach, in der Kleidung des katholiſchen Prieſters,
den friſchen Blumenkranz um die Schlaͤfe beerdigt ſeyn.
Schenkungen an die Kirche und an den von ihm geſtifteten
Armenfond zu Gurtweil haben den Zweck, ſein Andenken
bei ſeiner Gemeinde zu erhalten. Dann folgen die Vermaͤcht⸗
niſſe an ſeine Dienſtboten und Blutsverwandte: „denn,“ ſagt
er ſelbſt, „mir als Herrn und Meiſter ſteht die erſte Obſorge
fuͤk; meine treuen Dienſtboten, und mir als Blutsfreund die
naͤchſte fuͤr meine duͤrftigen Halbbruͤder und Halbſchweſtern und
ihre Kinder zu.“ Jetzt erſt folgt derjenige Theil, welchen
der Verewigte jahrelang in ſeinem Innern getragen, und zu
deſſen Verwirklichung er ſich jede nicht unumgaͤnglich nothwendige
Ausgabe verſagt hatte. Es ſoll naͤmlich aus dem, was aus
der Verlaſſenſchaft uͤbrig bleibt, eine Stiftung unter dem
Namen St. Lukas-Stiftung gebildet werden, um daraus
einen ſtudierenden Juͤngling zu unterſtuͤtzen, welcher ſich dem
Weltprieſterſtande wihomen will. Den erſten Anſpruch darauf
giebt die Blutsverwandtſchaft, dann folgt der Bezirk Holz⸗


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