http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0025
ſchlag im Pfarrſprengel Guͤndelwangen wo Meyer und
ſeine Mutter geboren wurde; hierauf der Pfarrſprengel Sch luch⸗
ſee, wo er durch ſeinen Vater das Buͤrgerrecht beſaß; das
Dorf Boll no er den erſten Schulunterricht empfieng, und
endlich der Flecken Bonndorf, wo ihm durch die Unter⸗
ſtuͤtzung wohlthaͤtiger Menſchen die erſte Weihe der Wiſſen⸗
ſchaft zu Theil wurde. Das Stipendium ſoll reichlich aus⸗
fallen, und nach und nach bei dem Beſuche des Gymnaſiums
auf 160 fl., bei dem der Philoſophie auf 220 fl. und bei
dem der Theologie auf 300 fl. gebracht werden. Dagegen
ſoll ſich aber auch, wer es genießet, durch vorzuͤgliche Zeug⸗
niſſe ausweiſen; denn der Stifter will nur den ausgezeichne⸗
ten Juͤngling unterſtuͤtzen. Hiezu bewog ihn aber, wie er
verſichert „ſein eigenes Jugendſchickſal; damit von ſeinen
Landsleuten ſich kuͤnftighin auch aͤrmere Juͤnglinge dem fuͤr
das Wohl des Vaterlandes ſo wichtigen Weltprieſterſtande
widmen koͤnnen, ohne eine Beute der Armuth und Drang⸗
ſale zu werden, worunter das hoͤhere geiſtige Streben ſo leicht
ganz erliegt, oder doch ſehr verkuͤmmert.“
So blieb der treffliche Mann und Seelſorger bis zum
letzten Augenblicke ſich gleich. Er hatte ſich unter den un⸗
guͤnſtigſten Verhaͤltniſſen zu einem Berufe heraufgerungen, wel⸗
cher ihm wenig frohe Stunden gewaͤhrte. Verfolgt von ſeinem
eigenen Stande, dem er nur dem Aeußern nach angebhoͤrte;
wurde er auch den Gegnern dieſes Standes bloßgeſtellt, und
mußte deſſen Suͤnden bei ihnen buͤßen. Voll der reinſten
idealen Hoffnung und Zuverſicht trat er in das Leben einz;
man ſtieß ihn aber wieder erbarmungslos aus demſelben hin⸗
aus, und vernichtete mit einem Schlage ſeine ſchoͤnſten Plaͤne.
Zu dem Seelenleiden geſellte ſich auch noch das leibliche
nund ſtuͤrmte unaufhoͤrlich auf ihn ein.
Und dennoch wurde dieſer ſchwer Gepruͤfte ſeinem Be⸗
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