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I. Entſtehung des politiſch⸗religiöſen Bundes der Salpetrer. Sein
Stifter Fridolin Albiez und deſſen Schickſale.
Wie jedes ſchon von Natur freiere Gebirgsvolk, ſo waren auch
die Bewohner des ſuͤdoͤſtlichen Schwarzwaldes von jeher vor⸗
zugsweiſe zur buͤrgerlichen Unabhaͤngigkeit geneigt. Dieſe wurde
noch vermehrt durch verworrene Sagen von uralten Hand⸗
feſten und Privilegien, durch das Beiſpiel der angrenzenden
Schweiz und durch die Lehre der Wiedertaͤufer, welche zwar
von der Regierung ſchnell und mit Gewalt unterdruͤckt wurde;
aber doch da und dort im Stillen fortwucherte und ein buͤrger⸗
liches Syſtem hervorbringen half, das auf die ſeltſamſte Weiſe
mit religioͤſen Anſichten durchdrungen iſt. So geſchah es denn,
daß beſonders waͤhrend der unausgeſetzten Kriege des ſiebzehn⸗
ten Jahrhunderts der Verband dieſer Waldbewohner mit ihrer
Herrſchaft, der gefuͤrſteten Reichsabtei St. Blaſien, all⸗
maͤhlig lockerer und Manches vernachlaͤſſigt und vergeſſen zu
werden anfieng, worauf dieſe Herrſchaft gegruͤndete Anſpruͤche⸗
zu haben glaubte.
Um nun dieſe neuerdings geltend zu machen, und ſeine
Rechte, ſo wie die gegenſeitigen Schuldigkeiten der Unterthanen
in das Gedaͤchtniß zuruͤckzurufen, kuͤndete St. Blaſien im
Jahre 1719 das laͤngſt nicht mehr gehaltene Dinggericht zu
Remetsweil Gwiſchen St. Blaſien und Waldshut)
den Betheiligten wieder an; und eroͤffnete es nach alter Sitte
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