Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: 8
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0035
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Dieſe wendeten ſich nun an ihren Anfuͤhrer mit dem Ver⸗
langen, er moͤge ihnen den vom Kaiſer uͤbermachten Gnaden⸗
brief verabfolgen laſſen, damit ſie ihn bei der naͤchſten Landes⸗
gemeinde verkuͤnden koͤnnten. Albiez fragt ſie entruͤſtet, ob
der Brief noch nicht in ihren Haͤnden ſei, und betheuert nach
manchen Umſchweifen: „Redmann Troͤndle, ſein Hauptgegner,
habe den Brief entweder unterſchlagen, oder zu Waldshut oder
St. Blaſien verkauft; dieſer Vorgeſetzte ſei ein ehrloſer Landes⸗
verraͤther.“
Als die Regierung zu Freibung von dieſen und andern
Umtrieben in Kenntniß geſetzt wurde, befahl ſie, den Raͤdels⸗
fuͤhrer Albiez gefangen dahin abzuliefern. Zugleich ließ ſie deſſen
Haus genan durchſuchen, ob ſich eine Spur des vorgeblichen
kaiſerlichen Briefes vorfaͤnde. Auch zu Wien wurde in den
Kanzleien nachgeſehen, aber nicht das Mindeſte davon entdeckt.
Anfangs befand ſich der Eingeſetzte nur in buͤrgerlichem Ver⸗
wahr, und durfte unter Begleitung eines Polizeibeamten frei
umhergehen. Aber da taͤglich Boten vom Walde herab ihn
beſuchten, durch welche er ſeinen Freunden verkuͤnden ließ:
„ſie ſollten einig zuſammenhalten, ſeine Sachen ſtaͤnden gut,
ſie ſollten ſich ferner gegen. St. Blaſien wehren, und unter
Gottes Beiſtand Alles daran ſetzen u. ſ. w.“, und da inzwiſchen
(im Sommer 1727) auch andere Waͤlder gefangen eingebracht
wurden; ſo fand man es fuͤr raͤthlicher, den gefaͤhrlichen Mann
auf ſeine Stube zu beſchraͤnken, und ihn ſorgfaͤltig zu be—
wachen. Bei dieſer ungewoͤhnten Lebensweiſe fiel er jedoch
bald in eine gefaͤhrliche Krankheit, und hauchte ſeinen un—
ruhigen Geiſt in den Armen ſeiner Frau aus, welche man
durch einen Eilboten berufen hatte. Ehrbar wurde die Leiche
zur Erde beſtaͤttet.
Die Nachricht von dieſem ploͤtzlichen Tode goß uͤber den
ganzen Wald hin Oel in die Flamme. Die erwaͤhlten Bruͤder


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