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erhebt ihren Muth, und ſtellt ſich begeiſtert an ihre Spitze.
Eigenmaͤchtig verſammelt er im Fruͤhjahr 1728 ſeine Einung
zu Dogern, und laͤßt ſich zum Einungsmeiſter ausrufen; ob—
gleich die Regierung vorlaͤufig alle Salpetrer fuͤr unfaͤhig gewaͤhlt
zu werden, erklaͤrt hatte. Endlich erfolgt auf die kraͤftigen Vor⸗
ſtellungen des St. Blaſiſchen Kapitularen Marquart Herr—
gott, welcher ſich als Abgeordneter der Breisgauiſchen Land⸗
ſtaͤnde zu Wien aufhielt, von dem Hofe der Befehl: „Kanzlei⸗
direktor und Regierungsrath zu Stockach Franz Edmund
von Beaurieux und Fiskalrath Maurer zu Freiburg ſeien
als kaiſerliche Bevollmaͤchtigte beſtimmt, vorerſt den Wald dem
Stifte St. Blaſien huldigen zu laſſen, ſogar wenn es
noͤthig waͤre, unter Beiſtand bewaffneter Mannſchaft; dann
aber alle Beſchwerden und Vorſchlaͤge zu erheben und zu pruͤfen,
und zur hoͤchſten Erkenntniß vorzulegen. Daruͤber ſchalten
nun die Salpetrer aus vollem Halſe, weil ſie wiſſen wollten,
die Kommiſſion ſei mit dem Golde St. Blaſiens bearbeitet
worden.
Die Bevollmaͤchtigten trafen zu Ende April in Waldshut ein,
foderten zur Huldigung auf „und erklaͤrten ſich bereit, jeden
Klagenden zu vernehmen. Niemand von den Salpetrern . ge⸗
horcht; Alle ſchreien: Verrath! zu den Waffen! Eine neue
Verfolgung ergeht als trauriges Vorſpiel uͤber alle Ruhigen, die
Empoͤrung verbreitet ſich uͤber das Gebirg. Schaaren junger
Burſche ziehen bewaffnet durch das Land, und ſuchen beſon⸗
ders den Redmann Troͤndle von Niederalpfen auf alle moͤg⸗
liche Weiſe zu quaͤlen. Man nimmt ihm ſeine Pferde, laͤßt
ſeine Weiher ab und fiſcht ſie aus, verſtopft ſeine Brunnen⸗
roͤhren, raubt ſein Geld, und lauert ihm auf, um ihn aus
dem Wege zu raͤumen. Die abentheuerlichſten Luͤgen und Ver⸗
laͤumdungen werden mit Luſt aufgegriffen und verbreitet. Aber
die Stoͤrung zeigt ſich nicht nur in dem oͤffentlichen Leben, auch
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