Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: 16
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0043
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ſchrecken.“ Allein es zeigte ſich bald anders; die Heerhaufen
zogen ſich immer mehr im Kreiſe umher, wurden bei Weil—
heim und Dogern verlegt und zehrten auf des Dorfes
Koſten, wo ihnen der einzelne Bauer die Verpflegung verſagte.
Von da ruͤckt F reih err von Tuͤngen mit fuͤnfhundert Mann
nach Birdorf und befehligt die andere Abtheilung ſeines
Corps nach Dogern, un ſich von da uͤber den Kohlweg,
die Wiege der Salpetrer, zu verbreiten.
Allein am 18. Mai (Pfingſtdienſtag) erhebt ſich im Ruͤcken
der Soldaten, aus den Einungen Rickenbach, Hochſaal
und Murg, von dem Muͤller Thoma gemahnt, ein allge—
meiner Landſturm. Nicht nur uͤber tauſend verſchworner Sal—
petrer rotten ſich zuſammen, ſondern auch mehr als fuͤnf—
hundert Ruhige werden durch den Strom fortgeriſſen. Dog ern
iſt der Sammelplatz; Buͤchſen, Spieße, Heugabeln 4 Pruͤgel
u. ſ. w. ſind ihre Waffen.
Obriſt von Tuͤngen vereinigt nun ſchnell ſeine Mann⸗
ſchaft zwiſchen Kieſenbach und Dogern, in der Abſicht,
dieſen letzten Ort von den Verſchwornen zu reinigen. Aber dieſe
ſtellen ſich von Dogern abwaͤrts in langen Reihen um ihre
Landfahne zur Gegenwehr auf. Die Anfuͤhrer ſind die ſchon
oͤfter genannten Thoma von Haſelbach und Johann
Marder von Eſchbach. Dreimal laͤßt Obriſt von Tuͤngen
auffodern, ruhig nach Hauſe zu gehen; das drittemal wird mit
Schuͤſſen geantwortet. Da giebt Freiherr von Tuͤngen
ſeiner Mannſchaft eine von Kriegskunſt gebotene Stellung, laͤßt
vom Mittelpunkt aus eine Schaar vorſchreiten, und von der
erſten Reihe eine Ladung auf die Bauern losbrennen. In dieſem
Augenblicke, wo der Aufruͤhrer einige an Wunden fallen, zer⸗
ſtaͤubt die gaͤnze Maſſe; flugs entfliehen alle ſammt, laſſen die
Verwundeten im Stiche, werfen ihre Waffen im Kirchhofe
und der dortigen Kirchenſakriſtei (damals Freiheitsplaͤtze) weg,


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