Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: 17
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0044
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von Tuͤngen ruͤckt vor, und findet da viele ſcharf geladene
Stutzer. Am Eingange zum Dorfe empfangen ihn drei Greiſe mit
weißen Baͤrten, zitternd ſich und das Land dem Sieger unter⸗
werfend. Die heimgeeilten Salpetrer beſchoͤnigen ihre feige
Flucht mit dem Vorgeben: „Obriſt von Tuͤngen habe ihnen.
melden laſſen, St. Blaſien ſtehe von ſeinen Foderungen ab, ſo⸗
nach haͤtten ſie nicht vergeblich Blut vergießen wollen.“
Nun werden die Soldaten in die naͤchſten Ortſchaften ver⸗
legt, die Kommiſſion fodert unbedingte Unterwerfung, ruft die
Landesvorſteher abermal, gebietet erſt zu huldigen; dann wolle
ſie alle Beſchwerden anhoͤren, dieſelben pruͤfen und treulich ein⸗
begleiten. Nur Ruhige entſprechen dieſem Gebote, und wenige
der vernuͤnftigern Verſchwornen. In jedem Dorfe ſammelten
die Soldaten alle Huldigungspflichtigen, und fuͤhrten ſolche,
gleich Gefangenen zwiſchen ſich in Schaaren nach Waldshut;
wo ſie gezwungen, ihre Finger heben, und St. Blaſiens Abt
huldigen. So wird Ort fuͤr Ort, Dorf fuͤr Dorf, oft Haus fuͤr
Haus uͤber den ganzen Einungsbund behandelt.
Sobald ſich die kaiſerlichen Bevollmaͤchtigten ihres erſten
Auftrags entledigt haben, rufen ſie den Wald auf, Beſchwerden
und Klagen ungehindert vorzubringen. Die Salpetrer zoͤgern
nicht, und tragen durch ihren Anwald Dr. Linder von
Baſel unterwieſen, folgende zwei Beſchwerdepunkte vor: „Fuͤrs
erſte, ſprechen ſie, fodern wir die alten Rechte unſers Landes.
Graf Hanns von Hauenſtein hat in ſeinem letzten Wil⸗
len die Grafſchaft als unmittelbaren Reichsſtand unter den
Kaiſer geſtellt, Oeſterreich hat keine Anſpruͤche an uns. Fuͤrs
zweite ſind unſerer Klagen gegen St. Blaſien allzuviel, als
daß wir ſie muͤndlich darſtellen koͤnnten. Vorderſammſt pro⸗
teſtiren wir gegen die mit Waffengewalt erpreßte Huldigung.
Der Kaiſer hat uns das Wort gegeben, uns zu helfen. Nie⸗

mand wird es mehr erleben, daß wir, unſere Kinder oder
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