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Enkel je wieder leibeigne Knechte eines Kloſters ſeyn werden.
Gegen Uebermacht vermoͤgen wir nichts, aber man erlaube uns,
unſere Rechtsanſpruͤche vor dem Kaiſer, dem Hofgerichte und
in Wetzlar zu verfolgen.“ Der Ausſchuß der Ruhigen ging
in den erſten Punkt wegen Oeſterreich gar nicht ein, wuͤnſchte
aber auch die Beſchwerden gegen St. Blaſien ſchriftlich vor⸗
legen zu duͤrfen.
Die Kommiſſion ſtellt nun vor Allem die ſorgfaͤltigſten
Unterſuchungen in Bezug auf die angeſprochene Reichsunmittel—
barkeit der Grafſchaft Hauenſtein an. Allein ſie gewinnt bald
aus den urkundlichen Nachweiſungen folgendes Reſultat:
„Oeſterreich ſei kraft ſeiner Erbrechte, welche auf muͤtter⸗
licher Abſtammung von Herzog Bertholds V. von Zaͤhringen
Schweſter, Rudolphs von Habsburg Großmutter be⸗
ruhen, Reichsfuͤrſt des Schwarzwaldes geworden; wenn ſchon
dieſe Herrſchaft von den Grafen von Freiburg und Fuͤrſten⸗
beyg an Habsburg erſt pfandweiſe und dann fuͤr immer
erlaſſen worden ſei. Der vielbeſprochene Graf Hanns von
Hauenſtein ſei kein anderer, als Graf Johann IV.
von Habsburg-Laufenburg, der als oͤſterreichiſcher Be⸗
amter den Wald einige Zeit verwaltet hatte.“ Am 18. Juni
uͤberreichte die Landſchaft ihre lange Klagſchrift gegen St.
Blaſien, welche ſogleich dieſem Stifte zur Beantwortung uͤber⸗
geben wurde. Als dieſelbe abgefaßt war, und den Unzufriedenen
vorgelegt wurde, nahmen dieſe freiwillig den groͤßten Theil ihrer
Beſchwerden zuruͤck, und verabſchiedeten augenblicklich ihren
bisherigen Sachwalter Dr. Linder, welcher ſie ſo vielfaͤltig
irre gefuͤhrt hatte. Es folgten hierauf von beiden Seiten
noch mehrere Reden und Widerreden, wovon St. Blaſien
die letzte am 30. Auguſt 1728 einreichte. Da nun auch der
Empoͤrungsgeiſt erloſchen ſchien, erlaubten die kaiſerlichen
Bevollmaͤchtigten die jaͤhrliche Wahl der Einungsmeiſter, welche
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