Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: 24
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0051
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ihr Gemuͤth daran zu ergoͤtzen, von Andern Geld zu
erpreſſen, um in Muͤſſiggang — da die meiſten
ſchon ausgehauſet waͤren — zu leben; welches Se.
Kaiſerl. Majeſtaͤt nie geſtatten koͤnne, noch wolle, und mit
Kraft niederdruͤcken werde an Allen, die dadurch mit ihrem
Ungehorſam Leibes-⸗ und Lebensſtrafe verwirken. Sie gebiete
alſo, Keiner ſolle ſich der Unruhe uͤbergeben und von Nieman⸗
den ſich verfuͤhren laſſen. Auch ſolle ohne Regierungserlaubniß
Keiner nach Wien kommen, ſondern es habe jeder ſeine Be—
ſchwerden beim Waldvogt; oder in kleinem Ausſchuß — nicht
aber in Rotten — bei der Regierung vorzutragen. Niemand
ſolle ſich ferner unterfangen, Gemeinden zu ſammeln, herum⸗
zulaufen, Falſchheiten auszugeben. Widrigenfalls wuͤrden ſie
als Ruheſtoͤrer, und als Veraͤchter Kaiſerl. Gebote beim Kopf
genommen, an Gut, Leib und Leben geſtraft werden; auf daß
nicht durch einige unruhige Koͤpfe das ganze Land in neue Un⸗
ruhe geſtuͤrzt werde.“

Verbot hin, Verbot her; deſſen achteten die Salpetrer
nicht. Zwanzig Maͤnner wurden ſogleich ohne weitere Ruͤck—
ſicht nach Wien abgeordnet, die Johann Fridolin Gers—
bach, der verſchlagenſte und argliſtigſte von Allen, anfuͤhrt.

Indeß, dachten Manche, was vermoͤgen wir ohne Gott
und Maria? Der Hebel des frommen alten Chriſtenthums wird
demnach angelegt. Heilig gelobt Leontius Brutſchi von
Dogern, ein eifriger Salpetrer, eine Wallfahrt nach Ein—
ſiedeln mit einhundert und eilf Jungfrauen, theils um
Oeſtreichs Waffen gegen die Tuͤrken, theils um dem Salpeter⸗
handel Gluͤck zu erflehen. Im Anfang des Herbſtes 1738 ent⸗
richtet er ſein Geluͤbde. Am 2. Herbſtmond verſammeln ſich
die Schoͤnen; mit Kraͤnzen geſchmuͤckt durchwallen ſie ſingend
und betend Auen, Staͤdte und Doͤrfer; zwei Maͤnner jeder


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