Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: 25
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
Startseite des Bandes
Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



Lizenz: Public Domain Mark 1.0
Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0052
Einung ordneten den Jungfernchor in zwei Reihen, zwei Weiber
ſorgten taͤglich fuͤr Zoͤpfe und Putz der pilgernden Maͤdchen.
Dieſe Pilgerfahrt brachte aber weder den Gemuͤthern im
Lande Beruhigung, noch beim Kaiſer eine Aenderung ſeines
Willens hervor. Zu Wien ließen die Abgeordneten eine
Schrift dem Kaiſer einreichen, darin ſie foderten: 1) Alle Ver⸗
wieſenen ſollen heimgelaſſen werden; 2) eine Kommiſſion ſolle
St. Blaſiens Anſpruͤche pruͤfen; 3) die juͤngſt ergangene Wald⸗
ordnung ſolle — als ihnen ſchaͤdlich — zuruͤckgenommen werden.
Keiner Foderung entſprach der Kaiſer in ſeinem Beſcheide vom
9. Brachmon. 1738, den man, ſammt der Kaiſerl. Loskaufs⸗
bekraͤftigung von St. Blaſien, gegeben Laxenburg 11. Brach—
monat 1738, den zwanzig Hotzmaͤnnern mitgab, und ſie mit
dem ſchaͤrfſten Andeuten zuruͤckſchickte: „daß keine Abgeordne⸗
ten fuͤrder erſcheinen ſollen, und ſie, zwanzig Mann hohe
Rotte, gegen Majeſtaͤtsbefehle ſchwer gefrevelt habe.“ Deß⸗
halb wurden fuͤnf dieſer Maͤnner dort in Verhaft geſetzt, die
uͤbrigen nicht eher entlaſſen, als bis ſie Stillſchweigen und
Ruhe aufs Theuerſte angelobt hatten.
Allen uͤbrigen trieb die Haſt den Joh. Fridolin Gers—
bach eilig voran ins Land. Nach allen Enden verkuͤnden
Boten deſſen frohe Ankunft, und bieten am 22. Heumonat zur
Landgemeine nach Gerweil, wo er ſeine Großthaten ſelbſt kund
thun wolle. Eine unzaͤhlige Schaar Menſchen, Greiſe und
Juͤnglinge, Muͤtter und Toͤchter, erſcheinen; nach der Meſſe
ſtroͤmt alles Volk unter die Linde voll Neugier uͤber neue Maͤh⸗
ren. Haſtig erſcheint Gersbach; beſteigt einen Tiſch, druͤckt
den breiten hochgupfigen Hut in die Stirne, und zugleich den
Bart ſtreichend, eroͤffnet er den Mund: „Gelobt ſei Jeſus
Chriſt, Mannen und Freunde! Bevor ich euch Bericht er⸗
ſtatte, wollen wir mit gebogenen Knien ein Vaterunſer beten
und Ave Maria.“ Er kniet, betet vor, erhebt ſich, und ver⸗


Zur ersten Seite Eine Seite zurück Eine Seite vor Zur letzten Seite   Seitenansicht vergrößern   Gegen den Uhrzeigersinn drehen Im Uhrzeigersinn drehen   Aktuelle Seite drucken   Schrift verkleinern Schrift vergrößern   Linke Spalte schmaler; 4× -> ausblenden   Linke Spalte breiter/einblenden   Anzeige im DFG-Viewer
http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0052