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kuͤndet: „Was ich zu berichten habe von Wien. Es war
die hoͤchſte Zeit, daß wir ankamen; verkauft an St. Blaſien
war unſere Grafſchaft, von Allem wußte der Kaiſer nichts.
Wir haben Alles hinterbracht und zuruͤckgeſtellt. — Auch war
es mit der Waldordnung die hoͤchſte Zeit, wir waͤren verloren
geweſen; es haͤtte Keiner auf ſeinem Gut nur eine Haſelſtaude
ausreuten duͤrfen, geſchweige eine Tanne faͤllen. Auch dieſe
iſt jetzt ab. Unſere Sachen ſind auf gutem Wege. Meine
Kameraden werden bald da ſeyn. Der Kaiſer hilft uns. Wer
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meine Briefe da (auf ſein Taſche deutend) leſen will, kann
zu mir kommen; wer nicht glauben will, was darin ſteht,
hat hier (ſeinen Stock emporhebend) einen Schulmeiſter. Ich
Hanns Fridli Gersbach von Bergalingen hab's ge⸗
ſagt, ich ſterbe dafuͤr. Es liegen Handſchuhe hinterm Ofen,
ihr verſteht mich.“ ? Jubelgeſchrei wiederhallet. Umſonſt
hatten Waldvogt und Redmann dieſe angekundete Landgemeine
verboten.
Bald darnach trafen die andern Mitabgeſandten von Wien
ein, und bekraͤftigten den durch Gersbach in Umlauf geſetz⸗
ten Irrthum. Nicht lange, ſo folgten ihnen auch die fuͤnf uͤbri⸗
gen, aus dem Verhaft zu Wien entlaſſenen Mitglieder; dann
die durch Liſt entwichenen Joſeph Mayer (Glasmaͤnnle)
und Eckbauer nach.
Auf den 23. Heumonat 1738 rufen die Salpetrer eigen⸗
maͤchtig eine Landgemeine nach Dogern zuſammen. Der Wald⸗
vogt, hievon benachrichtigt, laͤßt durch ſeinen Amtsboten die
Verſammlung fragen: „Was ſie fuͤr Berathungen haͤtte?“ Es
ward ihm erwiedert: man verhandle uͤber eigne Landesangelegen⸗
heiten. Bald erſcheint derſelbe Bote wieder: „es ſollen die Vor⸗
*) Dieſe Redensart brauchen die Unterwälder ſonſt, wenn ſie eine
Rede vor Unmündigen abbrechen, die dieſen Anſtoß wegen Schlüpf⸗
rigkeit, oder andern Beziehungen geben könnte.
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