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Muͤller zu Ibach, und dem müuͤndlichen Beiſatze: „Die
Treuen ſollten nicht abfallen; doch wenn's auch waͤre, ſo
wollen ſie vier noch alles allein verfechten und durchſetzen.“
Sie hatte der Wahn, gleich nach peinlicher Behandlung breche
die goldene Freiheitzeit an, nicht nur bethoͤrt, ſondern mit un⸗
brechbarem Muth erfuͤllt.
Am 3ten und 20 ſten Hornung 1739 hatte Kaiſer Karl VI
verordnet: eine außerordentliche Kommiſſion, beſtehend aus dem
Statthalter Freih. v. Sickingen und den Regierungsraͤthen
Freih. v. Duminique, und Edeln v. Beaurieux, zu
Freiburg, ſolle des Schwarzwalds Unruhen unterſuchen, be⸗
ſtrafen, heben und abwenden; eine unbeſchraͤnkte Vollmacht
zu dieſem Zwecke ward ihrer Geſammthand anvertraut.
Am 3. Maͤrz reiſeten dieſe Kommiſſaͤre mit Gefolg ab, be⸗
ſchuͤtzt von ſechshundert Grenadieren. Tags darnach langten
ſie Abends ſpaͤt uͤber Rheinfelden in Laufenburg an, wo ſie
der Waldvogt, Freih. v. Schoͤnau, empfaͤngt und unter⸗
richtet. Er rieth, da ſeit kurzem die Stuͤrme ſich legten,
vorerſt mit Milde und mit Maͤßigung einzuſchreiten; die Leute
nach Waldshut freundlich einzurufen, die Soldaten in der
Umgegend von Waldshut verſammelt zu halten. Schon am
6ten ergeht die ſchriftliche Vorladung. Am 7. empfaͤngt das
von Laufenburg heraufziehende Sendgericht zwiſchen Hauen⸗
ſtein und Albbruck eine Abordnung von ſieben Maͤnnern.
Kniebengend reichen ſie ihren Willkomm als Deputirte im Na⸗
men des Landes: „das Land begruͤße ihre Exzellenzen freund⸗
lichſt; was die hohen Herren wollten? wo ſie ſich bei ihnen
zu melden haͤtten? Das Land biete dem Kaiſer Gut und Blut
an. Sie wollen nur einem Herrn dienen; erkennen den Praͤ—
laten von St. Blaſien nicht als ihre Obrigkeit an, eher
wollen ſie Haus und Hof verlaſſen. Sie hoffen, die Miliz
werde freundlich ſich betragen; ſie, ihrerſeits, haͤtten Befehl
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