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Entſetzen befaͤllt hier die Salpetrer; ſie legen Widerſpruch
ein, und berufen ſich auf des Kaiſers und Gottes Gerechtig—
keit. Man beſchließt offenen Widerſtand. Aber auch die
Kommiſſion durchſchaut das duͤſtere Planwerk; willens bei naͤch—
ſter Tagfahrt allen Glimpf aufzubieten, um wo moͤglich den
irren, finſtern Starrſinn zu brechen, wo nicht, Schaͤrfe ein—
treten zu laſſen. Zugleich kam Nachricht, die von Wien zu
Freiburg angelangten Frevler wuͤrden zum Gerichte nach
Waldshut abgefuͤhrt werden.
Unter dieſen gegenſeitigen Beſchluͤſſen ſammelten ſich zur
Tagfahrt am 12. Maͤrz die Achtmannen und ein meiſt aus Sal⸗
petrern beſtehender — jedoch unvollzaͤhliger — Ausſchuß der
Einungen; die von Hoͤchenſchwand ſandten Niemanden. Vor—
erſt eroͤffnet das Sendgericht den unbedingten Antrag, die drei,
juͤngſt ihnen bekannt gemachten Punkte unverkuͤmmert in Vollzug
zu ſetzen, oder Strenge mit Zwang zu erwarten. Dumpfes Ge⸗
murmel durchlaͤuft den Saal. Da tritt Jakob Albiez von
Buch, des Salpetrers Sohn, mit einer Denkſchrift hervor,
worin er ſich zu nichts verſteht, ſondern eine Abordnung nach
Wien zur Berichtigung des Handels vorſchlaͤgt. Eine andere
Schrift legt Hanns Friedli Gersbach von Altenſchwand
vor: „man ſolle die Deputirten ins Land ſchicken, ihnen die
alten Rechte vom Grafen Hanns laſſen; ohne die Deputirten
koͤnnten ſie wegen des Abhandelns nichts verſprechen.“ In
demſelben Sinn erklaͤren Adam Fehlin und ſeine Genoſſen
von Dogern: „die Kaiſer haben ihnen bisher ihre alten Rechte
und Privilegien beſtaͤtigt; ſie wollen ſich darin geſchuͤtzt wiſſen.
St. Blaſien ſolle ſeine Urkunden der Kommiſſion vorweiſen;
man ſolle auch ihnen ihre Deputirten, insbeſondere den Kon⸗
rad Binkert, Schmid von Dogern, ſtellen, u. ſ. f.“ Dieſen
ſtimmten Andere bei, und Alle gaben vor, ſie handeln und
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