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junger Burſche, mit Pruͤgeln, Flinten u. ſ. w. bewaffnet, die
Halde herabſtuͤrzte, anfragend: „was man wolle und befehle?
Wofern die Soldaten nicht ſogleich abziehen und die Flinten⸗
ſpieße abnehmen wuͤrden, wolle man ihnen den Meiſter zeigen.“
Zum Gluͤck ruͤckte Hauptmann St. Andrée mit ſechzig Mann
nach, woruͤber ſich der Haufe zerſtreute. Huber war indeſſen
entwiſcht; doch wurden er und Marder ſpaͤter eingefangen,
Albiez und Thoma werden ſogleich eingeliefert.
Leider kamen dieſe Maßregeln ſchon zu ſpaͤt. Es traf
naͤmlich in dieſen Tagen die Botſchaft und das Schreiben
des Leonz Brutſchi aus Wien ein. Dieſes wird nun von
Ort zu Ort getragen, und erweckt auf's Neue die unbaͤndigſte
Freiheitsluſt. Alles erhebt ſich; die umherziehenden Waffenrotten
ſchuͤtzen vor: „ſie ſpielen Gregori'sbuben.“*) Doch laſſen
ſie ihre Geſinnung ziemlich unverholen durchblicken. Sie er—
klaͤren dem Oberſtwachtmeiſter von Werneck zu Birdorf:
„wofern man ſie ſtoͤre, wuͤrden ſie ihm etwas anderes zeigen.“
Auf den 14. Maͤrz ſammeln ſich mehrere hundert mit allerlei
Gewehr bei Etzw eil, einen Anfall auf die Soldaten berathend.
Schnell erſcheint ein Bote der Kommiſſion mit einem offenen
Briefe an alle acht Einungen: „die Rebellen ſollten auseinander⸗
gehen, die Waffen niederlegen und in den Doͤrfern ruhig ver⸗
bleiben. Wer dawider handle, habe die Todesſtrafe verwirkt.“
Sie gehorchen zum Scheine, denn ſie verlaufen; aber ſie
ſammeln ſich zu Gerweil jenſeits der Albe wieder und be⸗
ſetzen den Eingang Tief enſtein. Auf allen Bergen ſtehen
Wachen, ein Faͤßchen Pulver wird ſchleunigſt herbeigebracht und
vertheilt; Tod den Einungsmeiſtern gedroht, auch eine Schutz⸗
wache zu Albbruck angelegt. Denſelben Abend uͤbergeben
Adam Waßmer von Weilheim und Adam Schaͤfer
*) Wurde vielleicht durch das chriſtliche Greg oriusfe ſt die heidniſche
Frühlingsfeier der Anna Perenna beſeitigt?
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