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rath Koͤpfer zu Gurtweil entwaffnet die St. Blaſiſchen
Niedergerichte, der Waldvogt die uͤbrigen Ortſchaften. Alles
nimmt einen raſchen Gang zur Herſtellung der Ruhe.
Als die dreihundert Mann Verſtaͤrkung am 21. Maͤrz von
Freiburg uͤber Schluchſee und Hoͤchenſchwand anzogen,
ruͤckt Freih. v. Luͤetzen mit fuͤnfhundert Grenadieren bis Herri⸗
ſchried vor; kein Widerſtand wird geleiſtet, die Einwohner
ſind meiſt entflohen. Das Volk verheißt Gehorſam. Sieben
Maͤnner, alle verſchworne Salpetrer, unter denen ein Haͤupt⸗
ling, Joſeph Leber von Reuti, und Johann Waßmer
(Gaudihanns) erklaͤren ihre Unterwerfung in ihrem Namen,
und fuͤr die Gemeinde und Umgegend Herriſchried. Sie
werden nach Waldshut mitgenommen, und behalten; jene
zwei Meuterer aber ins Gefaͤngniß geworfen. Benachbarte Be⸗
amte werden zum Verhoͤren der taͤglich neu eingezogenen Sal—
petrer und Zeugen erbeten.
Mittlerweile ging der Rechtsgang mit JakobLeber, Dorf—
meyer von Brunnadern, zu Ende; am 21. Maͤrz wird ihm
das Todesurtheil verkuͤndet, weil er wiſſentlich die Leute be—
logen, zum Aufſtand gereizt, die Rebellengemeinde theils berufen,
theils beſucht, den Eid zu den Salpetrern geſchworen, gegen
des Kaiſers Befehle den Frieden geſtoͤrt, und gegen die Sol—
daten mit geladenem Stutzer geſtanden hatte, als ihn dieſe auf
dem Kampfplatze gefangen nahmen. Der Waldvogt ließ am
24. Maͤrz das Urtheil unter Beiſtand von dreihundert Soldaten
auf dem Herpel — im Angeſichte Brunnaderns — vor
vielen tauſend Zuſchauern mit dem Schwert vollziehen. Das
hoch vom Rumpf ſprudelnde Blut goß Entſetzen in das Ge—
muͤth aller Anweſenden: „waͤre man fruͤher, ſagten nun Sal⸗
petrer ſelbſt, ſo verfahren; ſo haͤtte man ſich nicht bethoͤren,
und in den Abgrund des Elends ſtuͤrzen laſſen!“
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