Universitätsbibliothek Freiburg i. Br., H 4616,ib
Meyer, Joseph Lukas; Schreiber, Heinrich [Hrsg.]
Geschichte der Salpetrer auf dem süd-östlichen Schwarzwalde
Freiburg im Breisgau
Seite: 38
(PDF, 18 MB)
Bibliographische Information
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Freiburg und der Oberrhein

  (z. B.: IV, 145, xii)



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http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0065
— 58 —

Von nun an unterzieht ſich Jedermann den Sendrichtern
und ihren Befehlen. Am 26. Maͤrz erſcheinen zweihundert
Unterwaͤlder vom Statthalter Kern vorgefuͤhrt, vor dem
Gerichte zu Waldshut; ſtuͤrzen allzumal auf ihre Knie
nieder, bitten reumuͤthig ab, flehen um Verzeihung des Kaiſers,
und verſichern, ſie ſeien verblendet und verfuͤhrt worden.
Zwei Abtheilungen von Soldaten ziehen jetzt mit den drei Feld⸗
ſtuͤcken nach Rheinfelden ab.

Vorlaͤufig werden zur Strafe die frevelhaften ledigen Bur⸗
ſche, durch die — als Landhadſchiere — die groͤßten Aus⸗
ſchweifungen veruͤbt worden waren, nach Ungarn zum ewigen
Soldatendienſt abgeliefert.

Es wurde nach Wien umſtaͤndlicher Bericht uͤber alle
Vorfaͤlle abgegeben, und darin vorgeſchlagen: „dem Waldvogt,
welchem durch das Beiſitzen der Einungsmeiſter — als ordent⸗
licher Mitrichter — die Haͤnde ſo oft gebunden waͤren, groͤßere
Vollmacht und Gewalt zu verleihen. Nicht nur gegen Maͤnner
ſolle fuͤrder mit Strafe vorgefahren werden, ſondern auch gegen
Weiber; die heftiger als ſonſt Jemand, die Flamme geſchuͤrt
und angeblaſen haben. Der ganze Unterwald wimmle von
heimathloſem Geſindel, wovon jede Familie, als Hinterſaͤß,
dem Waldvogt jaͤhrlich 2 fl. 24 kr. erlege; dagegen genug Holz
aus dem Hagwalde beziehe (mit dem Hinterſaſſenrecht war
Waldgenuß verbunden; St. Blaſien war ausſchließend Leib⸗
herr der Landanſiedler). Wohl eine der druͤckenſten und tief⸗
eingreifenden Landplagen, ſchon darum zu heben, weil ſolche
Leute ſtets aufhetzen, reitzen und aufwiegeln, und dabei die
graͤulichſten Luͤgen und Geruͤchte ſchnell in Umlauf bringen.
Dieſen kuͤndet der Waldvogt in der That auf Georgi 1739
den Schutz auf, und faͤngt an, ( wenn's moͤglich waͤre!) den
Wald zu ſaͤubern.


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