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Einungsmeiſter ſehr; noch mehr die Salpetrer. Daher ruͤhrte
die Gefangenſetzung der Einungsmeiſter. — Weil Dr. Berger
abermal klagte, ward eine Tagfahrt nach Freiburg auf den
13. Auguſt 1744 angekuͤndet, wo die Regierung richten wollte;
aber da mußte ſie erſt mit dem Schwert die Eingeſperrten erloͤſen
(12. Auguſt). Jetzt ruͤckten die Franzoſen ins Land ein.
Zu Anfang des Herbſtmonats (12. Sept.) 1744 verlangt
der Feſtungscommandant v. Damnitz zu Freiburg die ganze
Landwehr vom Unterwal d zum Dienſte. An die Spitze dieſer
Waffenſchaar ſtellt ſich der — juͤngſt von Wien angelangte —
Eckbauer, Johann Thoma, als Hauptmann. Vor ihm
her weht das Letztemal die ehrenvolle Waldfahne. Sie kom⸗
men in Todtnau an, wo Berger und Nikolai, ein
Schreiber, ſie abholen. Allein Thoma lehnt den weitern
Zug ab, weil nach ihren Bundesgeſetzen, ſie nur auf ihren
Bundesgraͤnzen Dienſte zu leiſten, die Pflicht haͤtten. Zufaͤlliger
Weiſe ſah man von ferne zwei Huſaren; man haͤlt ſie fuͤr
Franzoſen. Alles zagt, zittert und laͤuft heim; Berger nach
Laufenburg, Thoma nach Hauſe. Damals ruͤckten die Fran⸗
zoſen von Konſtanz herab, uͤberſchwemmten das Land,
entwaffneten das Volk und foderten große Brandſchatzung.
Aus alten Urſachen wollen zu dieſen Geldern die Salpetrer,
insbeſondre ihre Schreier, nichts beitragen. Troͤndle zu
Niederalpfen erhaͤlt deßhalb Execution. Da die Franzoſen ſich
uͤber die Verzoͤgerung verſtaͤndigen ließen, befahlen ſie, die
Raͤdelsfuͤhrer gefangen zu nehmen; aber Eckbauer, Gaudi⸗—
hanns und Toͤchtermaͤnnle und Andere, giengen durch
in die Schweiz, Berger nach Baſel. Schwer druͤckte die
Gegenwart der zahlreichen Feinde vom Herbſte 1744 bis zu
Ende Aprils 1745. Unter der Laſt ruhte die Meuterei, aber
nur, um mit doppeltem Muthe auszubrechen.
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