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Noch am 13. Winterm. umzingeln mehr denn tauſend Mann
Waldshut von allen Seiten, und verlangen Uebergabe der
Gefangenen mit Androhung von Belagerung, Sturm und
Brand. Von den Mauern herab ſprechen wuͤrdige Maͤnner
Kraftworte der Abmahnung und Warnung; mit Schuͤſſen er⸗
wiedern die Raſendenu. Sie ſchneiden alle Brunnen und den
Muͤhlbach ab, und verſuchen von allen Seiten einzudringen.
Doch mit Standrohren wird von der Stadt aus auf ſie ge—
feuert. Bald liegen zwei der ſpottenden Meutrer todt hin⸗
geſtreckt. Im ſchnellen Ausfall werden noch ein Paar er⸗
ſchlagen, vier ſchwer verwundet. Flugs zerſtreut und verliert
ſich jetzt der Schwarm, um in Doͤrfern ſeine Rache an
Schuldloſen zu kuͤhlen.
Auf Regierungsbefehl ruͤckt mit wehender Landfahne die
Landwehr von 500 Mann aus dem Frickthal nach Walds⸗
hut (16. Winterm.); um mit der St. Blaſiſchen vereint, die
Rebellen — Landsleute ihre Landsleute — zu bezwingen. Hie—
von erſchreckt, unterwerfen ſich Weilheim, Tuͤtlingen,
Heubach und Noͤggensweil unbedingt, und geben ihre
Waffen ab (am 18. Winterm.). Aber bei Waldkirch harrte
ein blutgieriger Haufe des Kampfes.
Zunaͤchſt ziehen die Landwehrfahnen am 19. Winterm. mit
ihrer Mannſchaft nach Dogern und Birdorf und deren Um⸗
gebung. Sogleich unterwirft ſich Alles. Es ſchmerzte die
Regierung, daß ſich die Landwehre des Frickthales bald
zu Pluͤnderung und Uebelthaten hinreißen ließ; bald bruͤderlicher
— weil auch nachbarlicher — Gemeinſchaft mit Salpetrern
pflegte. Sie wird deßhalb entlaſſen, jedoch mit Beding, ſich
bereit zu halten, um auf jeden Wink wieder im Felde erſcheinen
zu koͤnnen.
Indeß ſieht die oberſte Landesbehoͤrde zu Waldshut die
verwegene Entſchloſſenheit der Empoͤrer; ſich verhoͤhnt, ohne
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