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Anſehen, ohne Kraft. Sie macht an die Kaiſerl. Heersfuͤhrer
das Anſuchen, um 150 Huſaren. Pommer aber kann kaum
62 derſelben mit zwei Feldſtuͤcken herbeifuͤhren. Im ganzen
obern Rheinviertel wird der Landſturm gegen die Salpetrer
aufgeboten, und Waldshut, Laufenburg, Saͤkingen
und St. Blaſien zu Sammelplaͤtzen beſtimmt. Um der
auf den hoͤchſten Gipfel geſtiegenen Noth zu wehren, werden
die Landſtaͤnde zur Berathung und Beihuͤlfe nach Waldshut
einberufen.
Waͤhrend dieſer Veranſtaltungen ruͤckt am 23. Winterm. fruͤh
Lieutenant Lud mit viertauſend Mann der Landwehre von
Waldshut hinauf nach Waldkirch. Hier erwarten ihn mit
Ungeduld die Salpetrer, angefuͤhrt von Karl Ignatz Haid
von Konſtanz, einem hergelaufenen Burſchen, und einem ge⸗
wiſſen Naglerjungen. Raſch greifen dieſe an, ſtellen
ſich keck auf, und machen ein gewaltiges Feuer. Lud mit
kalter Faſſung, laßt den Schwarm toben, vertheilt ſeine
Mannſchaft; ein Wink, und uͤberfluͤgelt, umringt ſind die Em⸗
poͤrer. Nach kurzer Gegenwehr werden ſie erdruͤckt, entwaffnet.
Dreißig werden gefangen, theils in Haͤuſern, theils in der
Kirche, theils auf der Wahlſtatt, und nach Waldsbut ge⸗
bracht. Dieſem Sieg folgte die Unterwerfung des ganzen
Waldes ob der Alb.
Nun waoͤlzt ſich der Kleinkrieg auf das Gebirg unter der
Alb von Gerweil bis Herriſchried. Große Schwierigkeit
macht dieſe Gegend, nicht einmal von den wildſtreifenden
Schweden einſt betreten; abgeſchnitten durch tiefe Schluchten,
ſchroffe Felſen, gaͤhe Halden, umguͤrtet von Waldungen. Da
hauſete innerer Krieg, Alles verwuͤſtend. Als Pommer am
25. Winterm., mit zwei Feldſtuͤcken und fuͤnfzig wilden Krie—
gern in Waldshut eingetroffen war, wird auf den 27.
Wintermonat ein allgemeiner Sturmzug angeordnet. Obgleich
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