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die Herrſchafts⸗Landwehr von Wehr, ſo wie die des obern
Wieſenthales ausblieb, ruͤckten von St. Blaſien
uͤber IXJyach und Todmoos die Waffenſchaaren vor; links
von Laufenburg her andere, vom Ruͤcken die von Saͤkin⸗
gen, von vorn Pommer und Lud. In Einem Tage war
der Kampf beendigt, einzeln wurden die Horden erdruͤckt, zer⸗
ſprengt, gefangen; um Rickenbach und Herriſchried
verkrochen ſich die mißhelligen Bewohner. Keller und Loͤcher
werden erbrochen, und dreißig Ruhige aus dem Gefaͤngniffe
dem Lichte und der Freiheit gegeben. Man faͤngt die Raͤdels⸗
fuͤhrer in ihren Schlupfwinkeln auf, und fuͤhrt ſie nach Walds⸗
hut. Nicht ohne Blut und Tod, auch nicht ohne Raub
und Bente ſchloß ſich dieſer Zug. Sogleich muͤſſen die
Salpetrer zwoͤlftauſend Gulden der Landwehr ſchießen, und
ſich eidlich unterwerfen. Dieß war das Ende des Krieges.
Das Ziel der einberufenen Staͤnde war bei deren Zuſammen⸗
tritt bereits erreicht, ſomit ihre Berathung und fernere Beihuͤlfe
abgekuͤrzt. Doch zogen ſie Alles in genaue Erwaͤgung. Hof—
rath Koͤpfer wird auch dazu berufen. Dieſer, als Ein⸗
geborner des Landes, vertraut mit deſſen Beduͤrfniß, traͤgt
vorerſt darauf an, eine der tiefſten Landeswunden zu heilen.
„Vergeblich, ſprach er, iſt alle Muͤhe verſchwendet, jede An⸗
ſtrengung, den eingewurzelten Freiheitshang zu tilgen; wofern
man das Uebel nicht bei ſeiner Wurzel erfaßt. Es gibt uͤber
den Wald nur zu viele Leute, die mit Luͤgen die Koͤpfe ver⸗
ruͤcken und bethoͤren; die Leidenſchaften kitzeln, zum Aufſtand
aufreizen. Ohne Heerd, ohne Eigenthum, ohne Gefahr,
fachen ſolche bes Aufruhrs Flammen geſchaͤftig an, tragen
von Berg zu Berg, Zinken zu Zinken den Brandſtoff umher,
und frohlocken uͤber Empoͤrung; nicht bloß, weil ſie ſelber im
Stand voͤlliger Unabhaͤngigkeit, in den Armen der Wolluſt ſich
wiegen, vom Mark des Landes muͤßig zehren, ſondern auch,
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