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hann Georg Marder von Waldkirch, verarmt, Fridolin
Baͤr von Gerweil, Michael Eckhart und Joſeph Geng
von Hogſcheuer, Jakob Albiez von Etzweil, Fridolin
Eckhart aus der Reuti, Sebaſtian Werny von Kieſen⸗
bach, Martin Berger, Johann Eby und Konrad
Ebner von Oberalpfen, Fridolin Eckhart von Buch,
Gregor Kummer von Buch, Jakob Huber und Jakob
Zimmermann von Gerweil, Johann Georg Gersbach
von Oberweil, Johann Baptiſt Kaiſer von Katzenmoos,
Joſeph Leber von der Glashuͤtte, Martin Arzner von
Engelſchwand, Johann Mayer von Niederalpfen, des Tochter⸗
maͤnnles Bruder, ſaͤmmtlich als Raͤdelsfuͤhrer der Salpetrer.
Den 13. Weinmonat wurden zwanzig Weiber (zwei waren
entronnen, eine krank, und eine der Geburt nahe, daher
verſchont); dann 34 Soͤhne und 31 Toͤchter, mit noͤthigem
Gepaͤck nach Waldshut gefuͤhrt, und in Stuben verwahrt.
Den Tag darauf ward der Kaiſerin Urtheil Allen verleſen
und angekuͤndet: „ſie muͤſſen erſt Urphede ſchwoͤren, dann
werden ſie ſaͤmmtlich auf Wagen gefeſſelt, fuͤr immer nach
Siebenbuͤrgen verbannt; ihre Guͤter ſollen verkauft, der
Erloͤs, nach Zahlung der Koſten, ihnen am Ort ihrer Nieder⸗
laſſung eingehaͤndigt werden.“ Unbeſchreiblicher Jammer wieder⸗
hallt. Am 16. Weinmonat wurden ſie ſaͤmmtlich auf Wagen
gepackt, die Maͤnner zwei zu zwei zuſammengekettet, und
abgefuͤhrt. Schauer und Entſetzen ergreift alle Herzen. Aber
es ward Ruhe. Von den Verwieſenen hat man keine Nach⸗
richt. Sie muͤſſen wohl unter ſtrenge Aufſicht geſtellt
worden ſeyn.
Von nun an veraͤnderte die Landesfuͤrſtin ohne Widerſtand
die bisherige Einungsverfaſſung. Es wurde die alte, ehr—
wuͤrdige, tapfere Ruͤckerinnerungen weckende Landfahne weg⸗
genommen; die freien Einungswahlen gingen in Vorſchlags⸗
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