http://dl.ub.uni-freiburg.de/diglit/meyer1837/0092
Die Unruhen der Salpetrer in dem Jahre 1815.
Es ließ ſich vorausſehen, daß die Salpetrer auch in neue⸗
ſter Zeit und bei ganz veraͤnderten Verhaͤltniſſen wieder auf—
treten wuͤrden. Zwar gieng das deutſche Reich ſelbſt unter,
aber die daran geknuͤpften Traͤume dieſer Waldbewohner verloren
ſich nicht, ſondern wechſelten nur in etwas ihre Geſtalt. Sie
ſind mit der Lage, dem Charakter und den Wuͤnſchen der
Hauenſteiner zu eng verflochten, als daß ſie ſo bald dem
Lichte der Aufklaͤrung und den milden Maßregeln einer vaͤter⸗
lichen Regierung weichen koͤnnten.
Waͤhrend der uͤbrige Schwarzwaͤlder leicht ſeine Heimath
verlaͤßt, um ſich in fremden Welttheilen, beſonders durch den
Uhrenhandel, Vermoͤgen zu erwerben; trennt ſich der Hauen⸗
ſteiner von ſeinen Bergen hoͤchſt ſelten oder nie, ſeine
Reiſen beſchraͤnken ſich auf Wallfahrten nach Einſiedeln oder
Maria⸗-Stein. Dadurch entſteht fuͤr ihn im Allgemeinen
der große Nachtheil, daß er eigenſinnig am Alten, waͤre es
auch noch ſo ſchlecht, feſthaͤlt; das Neue aber, waͤre es auch
viel beſſer, weder kennt noch kennen lernen will. Auf ſich
und ſeine naͤchſte Umgebung zuruͤckgezogen, fuͤhlt er das
Beduͤrfniß der Aufklaͤrung und eines zeitgemaͤßen Unter⸗
richtes nicht. Er wird vielmehr mißtrauiſch dagegen, da
er gegen dieſe fuͤr ihn werthloſen Guͤter dasjenige zu verlieren
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